Der Alterspräsident

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So ganz genau kann ich gar nicht sagen, wie alt dieser Pullover ist, aber zwanzig Jahre sind es mindestens, und damit ist er wohl der Senior im Schrank. Weil ich immer noch mit schöner Regelmäßigkeit nach ihm greife, hat er doch mal verdient, hier vorgeführt zu werden. Das Material ist Baumwolle mit vermutlich ein bisschen Poly-Irgendwas, sonst hätte er nie und nimmer über diese lange Zeit seine Form behalten. Gekauft habe ich es übrigens bei Woolworth, als es den noch in unserem Städtchen gab, vermutlich für einen lächerlich niedrigen Preis.

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Wie man sieht, habe ich schon damals gern Krebsmaschen zum Einfassen von Halsausschnitten verwendet. Das Muster habe ich selbst ausgetüftelt: ich wollte unbedingt den Eindruck einer Web-Struktur erzeugen, dafür gibt es Quadrate (oder besser Rechtecke, denn die Quadratur habe ich nicht wirklich hingekriegt) in glatt rechts sowie in zwei Perlmustern, einmal eins-rechts-eins-links, einmal zwei-rechts-zwei-links. Wie man hier auch sieht.

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Was ich natürlich nicht bedacht hatte war, dass das Garn in sich schon etwas unruhig ist und man für so ein Muster besser ein ganz glattes, einfarbiges Material verwendet, damit es deutlicher rauskommt. Deshalb sind Ärmel und Rückenteil dann auch einfach mit Streifen in den drei Mustervarianten entstanden, weil ich keine Lust mehr zu der Zählerei hatte.

Niemals hätte ich erwartet, dass ich dieses Teil so lange haben werde. Zahllose Wäschen hat er schon überstanden, und dank seiner Farbe passt er sowohl zu Jeans als auch zu vielen anderen Hosen und Röcken, die ich habe. Und deshalb wird er es wohl auch noch eine Weile in meinem Schrank aushalten, hoffe ich. Vielleicht überlebt er mich sogar – wer weiß …

Noch lebe ich aber, und deshalb besuche ich mit meinem Oldie mal Sew la la und Du für dich am Donnerstag.

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Kühle Fleckchen

Vermutlich zum letzten Mal in diesem Jahr zeige ich euch ein Sommershirt. Nicht, weil ich den Sommer für beendet erkläre (im Gegenteil, ich bin optimistisch und hoffe auf einen schönen September), aber weitere Shirts nähen werde ich wohl vorläufig nicht.

Voilà:

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Im Prinzip gehört das gar nicht hier hin, denn ich hatte das als Kaufshirt gesehen und mich in den Blauton und die unregelmäßigen Punkte verguckt. Und dann gab es das Ding nicht mehr in meiner Größe. Das zu kleine Shirt sah wie erwartet schrecklich aus, also hab ich tapfer die Größe 48/50 gekauft und mir daraus zuhause eine ganz andere Form zugeschnitten.

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In Kombination mit meiner gekauften Leinenhose schrammt es zwar haarscharf am Eindruck „Schlafanzug“ vorbei, aber was kümmert mich das, wenn mir einfach nur noch warm ist? Und das war es diesen Sommer ja reichlich.

Zum Schluss zeige ich euch noch einen Urlaubsschnappschuss. Bei einem kleinen Zwischenstopp in Tournus (Burgund) musste ich das einfach fotografieren:

Tournus

Es war zwar weit und breit kein Stoffgeschäft in Sicht, aber ich fühlte mich sehr verstanden ;o)

Gleichgesinnte mit ähnlichem Verständnis finden sich heute wieder beim Me-Made-Mittwoch, bei dem ich mich endlich auch mal wieder sehen lasse.

 

Top Job

Es steht noch mal ein Urlaub bevor, und da müssen natürlich noch ein paar neue Sachen her. Also habe ich mir zwei neue luftige Oberteile genäht. Das erste ist aus einem Rest, der noch von meinem rosa Kleid übriggeblieben ist.

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Der Schnitt lag dann auch nahe – genau wie beim Kleid habe ich das „Hot Summer Freebie“ verwendet, das Monika von schneidernmeistern letztes Jahr für einen Monat kostenlos zum Download angeboten hatte. Nur an die Ärmel habe ich mir noch einen Aufschlag drangebastelt. Die doppelte Bügelfalte vorn kriege ich übrigens nicht weggebügelt, deshalb bleibt sie als „design feature“, bis sie vielleicht nach dem Waschen irgendwann verschwindet. Der Klügere gibt nach, mal sehen, wer das ist.

Ich hätte nie geplant, das rosa Teil mit meiner grünen (Kauf-)Shorts zu kombinieren, aber als ich mich für die Fotos umzog, fand ich es gar nicht so übel. Mal sehen, ob ich das nicht öfter mache. Eigentlich war die grüne Hose nämlich für dieses Top vorgesehen:

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Wieder der Schnitt mit den überschnittenen Schultern, dieses Mal mit einer Verlängerung unten. Den Stoff habe ich mir letzten Sommer im Urlaub in Uzès in Südfrankreich gekauft – ich wollte unbedingt ein textiles Souvenir mitnehmen, war dafür aber in einem Laden gelandet, der eher Patchwork-Stoffe anbot. Deswegen ist die Baumwolle noch etwas steif, ich hoffe aber, dass sich das nach ein paar Wäschen ändert und sie etwas besser fällt. Auf jeden Fall plane ich, dass der Stoff in Kürze seine Heimat wiedersieht, denn wir wollen wieder in die Region fahren.

Vorher schaue ich aber wieder bei Sew La La und Du für Dich am Donnerstag vorbei und hoffe auf eine Menge tolle Inspirationen!

Am laufenden Bändchen

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn ich mich einmal auf etwas eingeschossen habe, dann werde ich zum Wiederholungstäter. Nicht im kriminellen Sinne, aber was meine kreativen Produkte angeht: Pak Choi entdeckt und plötzlich nur noch entsprechende Wok-Gerichte gekocht … Raglanpullover ausprobiert und gleich drei hintereinander gestrickt … und jetzt ist es halt die Bändchen-Marotte.

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In dieser Form nennt man es Galon-Streifen, habe ich gelernt, zum Beispiel an den Seitennähten einer Hose oder wie hier bei mir an einem Rock. Der Schnitt ist wieder der uralte Kostenlos-Rock-Schnitt aus den Achtziger oder Neunziger Jahren (aus der „Verena“, würde ich vermuten), den ich irgendwann auf festeres Papier kopiert habe, bevor er völlig auseinander fiel. Der Stoff ist ein Stretch-Jeans aus dem Tedox (kann ich nur empfehlen, verarbeitet und trägt sich wunderbar). Eigentlich ein Langweiler, aber man braucht ja solche Basics, und mit den Uniformstreifen macht er gleich etwas mehr her, finde ich:

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Läuft, sagt man wohl im aktuellen Sprachgebrauch. Aber bei mir läuft natürlich noch mehr, wie das zweite Beweisstück zeigt:

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Erinnert ihr euch an das „Hot Summer Freebie“ von Schneidernmeistern aus dem letzten Jahr? Das war mein erster Versuch mit einem selbst ausgedruckten pdf-Schnitt, aus dem ich mir ein lila Leinenkleid genäht hatte, für alle Interessierten hier nachzuschlagen. Leider war es an der Hüfte etwas eng, und nach der Wäsche und zwei zusätzlichen Kilos (ich bin bei den aktuellen Temperaturen in eine Art Hitzestarre gefallen und bewege mich zu wenig) wollte es nicht mehr so recht passen. Also habe ich es in rosa Leinen noch einmal genäht und präsentiere hiermit das Knittermonster live:

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Aber wir wissen ja, Leinen knittert edel, und mir ist in dem Fall auch wichtiger, wie locker und luftig es ist. Nach den Hitzewochen muss ich das wohl keinem mehr erklären, oder?

Mit dieser Ausbeute geht es jetzt zu Sew La La und zu Du für Dich am Donnerstag, wo vermutlich auch viele andere Täterinnen ihre Werke zeigen.

 

Hitzefolgen

Ich habe mir fest vorgenommen, nicht über die Hitze zu klagen. Wir haben hier im Sauerland einen so tollen Sommer wie schon lange nicht mehr. Deshalb bezieht sich der Titel auch ausschließlich auf die Tatsache, dass ich kaum noch nähe. Es ist gerade abends so schön draußen bei uns auf der Terrasse, dass ich mich nicht überwinden kann, mich in mein Nähzimmer zu begeben, und auch wenn ich inzwischen alles, was irgendwie möglich ist, draußen mache: Nähmaschine, Overlocker, Bügelbrett und sämtliches Zubehör nach unten zu schleppen und draußen aufzubauen ist mir einfach zu lästig. Denn auch das ist eine Folge des Sommers: bei der Wärme bewege ich mich weniger.

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Dabei entsteht natürlich ein Dilemma, denn gerade wegen mangelnder Bewegung habe ich ein bisschen zugelegt und musste einige meiner Sommersachen entsorgen. Deshalb fehlte mir ein neutraler Rock. Den habe ich nun doch genäht, schließlich gibt es ja auch mal ein Gewitter oder sonst einen Grund, im Haus zu bleiben. Aber offensichtlich hat mir die Hitze auch in dieser Hinsicht zugesetzt, denn obwohl der Schnitt so klassisch einfach ist wie nur irgendwie vorstellbar, habe ich es geschafft, das Bündchen zu verhunzen. Natürlich hätte ich es abnehmen und neu ansetzen können, aber mein wärmebedingtes Phlegma hat mich stattdessen dazu bewogen, das Ganze einfach mit einem Zierband zu kaschieren.

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Ähnlich bequem habe ich es mir mit den Taschen gemacht. Ursprünglich hatte ich vorgehabt, vorne zwei Taschen aufzusetzen, aber schon als ich die auf das Vorderteil steckte, gefiel mir das nicht mehr. Also wurde stattdessen ein Stück Wildleder recycelt, so dass daraus zwei Potaschen entstanden. Der Farbkontrast ist „in echt“ nicht ganz so stark wie auf dem Foto, aber ich finde, so ist aus einem zum Gähnen langweiligen Standardrock doch noch etwas Individuelleres geworden.

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Hier sieht man nicht nur die leichte A-Form des Rocks und die hinteren Taschen, sondern auch das Oberteil, das schon seit mehreren Wochen in meinem Schrank hängt. Mir war irgendwann klar geworden, dass ich ein neutrales Oberteil brauche für die seltenen, aber doch wichtigen Gelegenheiten, zu denen ich ein Kostüm oder einen Hosenanzug trage. Also habe ich mir mit meinem schon zig-mal verwendeten Basisschnitt mit den heruntergezogenen Schultern ein Leinentop genäht – prompt wurde es daraufhin so warm, dass es noch gar nicht zum Einsatz gekommen ist.

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Auch hier kam ein Zierband aus cremefarbenem Rips zum Einsatz, das ich in einem unregelmäßigen Karo auf das Vorderteil gesteppt habe. Der Stoff selbst ist ein recht dünnes Leinen, das ich irgendwann mal bei Karstadt als Rest mitgenommen hatte. Ich bin gespannt, wie es sich nach mehreren Wäschen entwickelt, denn Leinen wird ja meistens beim Gebrauch schöner und angenehmer – im Augenblick ist es noch etwas steif.

Der Stoff des Rocks ist übrigens eine Baumwoll-Poly-Mischung aus dem Tedox, daher recht stabil und knitterarm. Mehr ist zu diesen Projekten aber auch wirklich nicht zu sagen. Was gut ist, denn dann kann ich schnell wieder zurück auf die Terrasse …

… natürlich aber nicht, ohne meinen Post bei Sew La La und Du für Dich am Donnerstag zu verlinken.

In der Vorrunde ausgeschieden

Ich weiß, ich weiß, es ist ein bisschen spät, jetzt noch über den mangelnden Erfolg der deutschen Nationalmannschaft zu sprechen. Aber es wirkt ja noch nach, zumindest wenn man normalerweise zur WM-Zeit mit magnetischen Deutschland-Flaggen auf dem Auto rumfährt (ja, ich stehe dazu!). Aber dieses Mal waren wir in Urlaub. Den einzigen Sieg der Mannschaft haben wir auf der Schattenveranda eines französischen Cafés verfolgt, zusammen mit anderen Touristen und reichlich versorgt mit kühlen Getränken. Dass wir das letzte Spiel wegen der Hitze dann in einem düsteren Gewölbe bei lauwarmem Milchkaffee anschauen mussten, war vielleicht schon ein übles Vorzeichen … Aber dies ist ja ein Handarbeitsblog und nicht der „Kicker“, deshalb zurück zum eigentlichen Thema, das aber eine gewisse Parallele aufweist. Denn auch mein heutiges Stück ist frühzeitig ausgeschieden – oder vielleicht sage ich besser, aus dem Kader gestrichen:

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Eine ganze Weile habe ich an diesem Pulli genadelt, immerhin konnte ich einige Vorräte an Baumwollgarn dabei aufbrauchen. Das Muster war eine Vorlage aus meiner Pinterest-Sammlung, von dem ich schon lange geträumt habe, und vielleicht gebe ich ihm mit einer anderen Wolle noch mal eine Chance. Auch die Farbkombi habe ich von einem Pinterest-Foto übernommen:Agnes Pullover

Der alte Goethe hat mal gedichtet: „eines schickt sich nicht für alle“, und wenn er dabei wohl auch nicht an modische Vorlagen gedacht hat (obwohl er, glaube ich, schon modebewusst und nicht ganz uneitel war), könnte das auch hier zutreffen. Die Farben funktionieren in grober Tweedwolle, glatt rechts gestrickt, eben anders als mit Baumwollgarn in einem Muster. Die Erkenntnis kommt leider etwas zu spät.

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Es könnte auch an der Form liegen. An anderen gefallen mir weite Pullis mit entsprechend verkürzten Ärmeln supergut. Aber ich fühle mich in diesem Ding einfach nicht wohl und ziehe es nach kürzester Zeit wieder aus, auch wenn ich mir mehrfach bereits vorgenommen habe, ihm noch eine Chance zu geben. Diese Chance bekommt er jetzt in der Kleiderkammer vom Bürgerzentrum, wo vielleicht gerade ein Pullover-Scout auf Talentsuche ist.

Hier seht ihr noch mal das Muster im Detail:

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Es gefällt mir nach wie vor. In jeder der Farben. Aber nicht an mir.

Man kann nicht immer gewinnen, woll?

Und weil man zu seinen Niederlagen wie zu seinen Siegen stehen muss, wird dieser Post am Donnerstag auch bei Sew La La verlinkt.

Das Gleiche in Grün

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Eine gern zitierte Redensart sagt: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich ein Fenster. Das scheint auch auf die Tatsache zuzutreffen, dass RUMS nach vielen schönen Link-Partys zu Ende gegangen ist – denn jetzt gibt es Sew La La, ein neues Angebot, das uns ebenfalls jeden Donnerstag die Möglichkeit gibt, für uns selbst genähte oder gehandarbeitete Sachen zu zeigen. Da werde ich bestimmt regelmäßig auftauchen, denn auch wenn ich nichts verkaufe oder durch Affiliate Links verdiene, freue ich mich immer, wenn ich mich in die große Anzahl kreativer Köpfe bei solchen Portalen einreihen kann.

Der Titel meines Posts bezieht sich aber nicht auf diese neue Seite, sondern auf meine Sommershirts, von denen ich letzte Woche schon zwei vorgeführt habe. Jetzt kommen also zwei in oder mit Grün. Zu dieser Farbe hatte ich schon immer ein gespaltenes Verhältnis, manche Grüntöne mag ich sehr, vor allem das leuchtende „Kelly Green“ (eine deutsche Übersetzung habe ich nicht gefunden). Andere Töne wie Türkis oder Moosgrün mag ich gar nicht – lieber habe ich Schattierungen, die sich gut mit Dunkelblau vertragen.

Deshalb habe ich mir dieses Shirt genäht:

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Woher ich den Schnitt habe, lässt sich leider nicht mehr feststellen, aber er ist sehr schlicht, ohne Abnäher und mit leicht überschnittenen Schultern. Den Halsausschnitt habe ich mit einem selbst gebastelten Beleg versäubert, und weil ich immer Probleme habe, bei solchen Shirts Vorder- und Rückseite auseinanderzuhalten (vor allem morgens beim Anziehen, wenn ich noch so verpeilt bin), habe ich unten ein kleines Stück Schmuckband aufgesetzt.

Längere Zeit habe ich mit mir gerungen, ob ich euch erzählen soll, woher der Stoff kommt. Aber bei mir findet ihr nie die Schnitte des Monats, ich nehme nicht an Probenäh-Aktionen teil und veröffentliche keine Tutorials – was ihr stattdessen bei mir lesen könnt, sind immer mal wieder Ideen außerhalb der üblichen Pfade. Und deshalb jetzt die Beichte: dieser Baumwoll-Chambray war ursprünglich ein Spannbetttuch, das Lidl vor zwei Wochen oder so im Angebot hatte. Ich habe mich spontan in Farbe und Qualität verguckt, und deshalb musste es mit. Zuhause wurden erst mal der Rand mit dem Gumminband abgeschnitten und die vier Ecknähte aufgetrennt, dann ging das Material in die Waschmaschine – und dann wurde dieses Oberteil daraus. Ich habe noch genug Stoff für ein Paar Shorts, aber ich bin mir nicht sicher, ob die nicht zu schlabberig würden.

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Das ist aber noch nicht das Ende der (grünen) Fahnenstange. Aus ein paar Reststücken ist außerdem dieses Shirt entstanden. Ich war ja von Anfang an skeptisch, ob die beiden Jerseystoffe zusammenpassen, aber meine sture Sauerlandseele wollte es unbedingt ausprobieren. Also im Raglan zugeschnitten, mit dem Overlocker zusammengezimmert und … „oh, da fehlt irgendwie was. Eventuell eine Farbe.“

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Deshalb habe ich zunächst das Pünktchenband über die Raglannähte gesetzt. Das sah auch gut aus, aber irgendwie war das Grün etwas einsam. Ich war davon überzeugt: irgendwo in meinen Beständen gibt es noch die Reste eines grünen T-Shirts, aus dem ich ein Halsbündchen machen könnte. Dafür könnte ich gut einen speziell auf das Entdecken von bestimmten Stoffresten trainierten Suchhund gebrauchen. Hab ich aber nicht.

Also hab ich selbst gesucht. Sehr intensiv. Leider ohne Erfolg. (Bestimmt finde ich besagtes T-Shirt demnächst, wenn ich etwas ganz anderes suche.) Stattdessen stellte ich fest, dass ich einen Rest Baumwollschrägband in der richtigen Farbe hatte, und da kam dann meine geheimste Geheimtechnik zum Einsatz, die bisher nur ich und die russischen Facebook-Hacker kannten. Aber euch verrate ich sie natürlich: man schneidet das Schrägband auf die Hälfte der Breite und näht es im Zickzackstich auf die zu verzierende Kante. Wie oben. Das sieht natürlich extrem doof und dilettantisch aus – bis man das Shirt in die Waschmaschine steckt. Die Wäsche löst einerseits die Appretur des Schrägbands auf, und weil es ja nicht versäubert ist, beginnt es andererseits auszufransen. Nach etwa drei Wäschen sieht das dann so aus:

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Das Beweisstück ist ein gekauftes Sweatshirt, dessen ursprünglicher Halsausschnitt mir zu eng war. Also weg mit dem Rippenbündchen, einfach die Kante umgekippt und im Zickzack abgenäht – nur leider sah das nicht gut aus, so dass ich mit dem Schrägband meine hässlichen Stiche versteckt habe. Wer nicht riskiert, der nicht verliert! In diesem Fall bin ich aber ganz zufrieden mit dem Ausgang.

Auch das Stoffmix-Shirt hat eine kleine Verzierung bekommen, einfach weil ich die Lust dazu und das Material dafür hatte und damit endlich nicht nur mein Auto mit Katzenpfoten dekoriert ist.

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So, das war meine Grüne Woche. Und was gibt’s bei euch so?