Lang und breit

Heute ist wieder Me-Made-Mittwoch – für mich könnte er auch Mehrfach-motivierender-Mittwoch heißen, weil er mich zunächst daran erinnert, endlich mal meine Sachen zu fotografieren, und dann auch antreibt, einen neuen Blogbeitrag zu schreiben. Schließlich ist es nach dem quasi ausgefallenen Frühjahr doch noch Sommer geworden, und da sind in meinem Nähkeller einige neue Stücke entstanden, die ich ruhig mal vorführen könnte.

Zum Beispiel das Top aus einem Viskose-Rest von stoffe.de. Längere Zeit bin ich um den Stoff herumgeschlichen, viele Möglichkeiten zur Verarbeitung gab es nicht, weil es einfach so wenig war. Ich entschied mich schließlich zu einer einfachen ärmellosen Bluse mit V-Ausschnitt (ein uraltes Muster aus einem Verena-Fertigschnitt der späten Neunziger) und brachte es tatsächlich fertig, die Vorderteile viel zu weit zuzuschneiden. Zum Glück ist das Muster ja so auffällig, dass kleine Korrekturen kaum sichtbar sind, und der jetzt asymmetrische Verschluss sieht fast so aus, als ob er so geplant gewesen wäre.

Passend dazu habe ich mir einen langen weiten Rock genäht, und darüber war ich selbst überrascht. Die Frau, die seit Jahrzehnten auf kurze schmale Röcke steht, kehrt plötzlich in die Fünfziger Jahre zurück?

Dazu habe ich allerdings eine Theorie (nein, die ist nicht von mir, sondern irgendwann mal im Internet aufgeschnappt, und jetzt finde ich sie nicht wieder. Sucht mal fleißig, liebe Plagiatsforscher.) Vermutlich war es ein(e) Soziolog*in, der/die behauptet hat, dass große Krisen auch in der Mode einen Umschwung auslösen. Nach dem ersten Weltkrieg verabschiedeten sich die Frauen endgültig von den durch Korsetts erzwungenen Wespentaillen und den unpraktischen bodenlangen Röcken, schnitten sich die Haare ab und trugen plötzlich eher kastige, lockere Kleider. Nach dem zweiten Weltkrieg war es Christian Dior, dessen „New Look“ neue Akzente setzte.

Jetzt wäre es wohl vermessen, die Corona-Pandemie mit einem Krieg gleichzusetzen; ich bin auch keine Soziologin und verfüge nicht über eine Spur von verwendbarem Datenmaterial. Aber ich erinnere mich noch an eine andere These, nämlich dass immer, wenn es wirtschaftlich schwierig wurde, mehr Stoff angesagt war. Boomzeiten wie die Sechziger brachten uns den Minirock – und im Gegenteil bewegen uns angeblich Krisenphasen dazu, uns mehr zu verhüllen. Mag sein, dass es uns Sicherheit gibt (Psychologin bin ich auch nicht, aber jeder kennt doch das schöne Gefühl, wenn man sich so gemütlich einmummeln kann). Eine andere Erklärung wäre, dass die wohlhabenderen Schichten damit zum Ausdruck bringen, dass sie sich so viel Material leisten können, und die weniger Reichen dahinter nicht zurückstehen möchten.

Aber dies ist ein Nähblog und keine gesellschaftswissenschaftliche Veröffentlichung, deshalb kommen wir besser mal zu meinen langen Gewändern zurück. Jawohl, ich verwende den Plural, denn neben dem marineblauen Rock gibt es auch einen grauen, der sogar noch 5 Zentimeter länger ist.

Beide Röcke habe ich ohne Schnittmuster genäht. Zuerst wurde die Taille vermessen und festgelegt, wie breit der Rockbund sein soll. Momentan gefällt es mir gut, wenn der Gürtel deutlich schmaler ist und sich farblich vom Rockstoff absetzt; dementsprechend habe ich dann auch die Gürtelschlaufen geplant. Dann hieß es nur noch, die Stoffweite in gleichmäßige Falten zu legen. Und das war nicht wenig: bei dem grauen Material (eine Baumwoll-Polyester-Mischung, die ich schon lange in meinen Beständen hatte) waren es immerhin 2,40 m, die blaue Baumwoll-Double-Gauze (aus dem Tedox) bringt es auf 2 Meter. Die Gesamtlänge ab Taillenbund ist 73 cm. (Zum Maßstab: ich bin 1,70 m groß.)

Damit die Hüften nicht unnötig betont werden, habe ich die Falten nicht gleichmäßig ringsum gelegt, sondern an den Seitennähten ausgespart. Wie man sieht, öffnen sie sich von beiden Seiten zur Mitte hin (dafür gibt es sicher einen Fachbegriff, der mir aber fehlt). Das ist hinten ganz genauso. Der graue Rock lässt sich mit Kam-Snaps komplett öffnen (ich hatte keine Lust auf Knopflöcher, genau wie meine Nähmaschine).

Für den marineblauen Rock fand ich keine farblich passenden Snaps. Vielleicht wäre schwarz gegangen, aber hier habe ich mich für eine andere Lösung entschieden, weil ich noch sechs Perlmuttknöpfe aus den Beständen meiner Schwiegermutter fand; ich mag die Kombination von Marinestil und Perlmutt immer gern, deshalb habe ich einfach die Knöpfe durch beide Lagen des Stoffs angenäht. Ganz oben ging das natürlich nicht, weil ich eine Öffnung zum Einsteigen brauchte; meine Lösung war ein Stück Klettband (so lang, wie sonst ein Rock-Reißverschluss wäre), das diese Öffnung sicher verschließt. Der oberste Knopf wurde dann nur zur Zierde aufgenäht. Der Bund hat einen schwarzen Kam-Snap als Verschluss, der vom Gürtel verdeckt wird.

Die Fotos, auf denen ich versuche, den Rock schwingen zu lassen, sind leider nichts geworden. Aber ich vermute, ihr könnt es euch trotzdem vorstellen. Weil es leichte Materialien sind, fühlen sie sich auch bei Wärme gut an – ich bin ganz überrascht, wie problemlos ich plötzlich diese neue Form für mich angenommen habe. Zurück zu den Wurzeln! Schließlich bin ich ein Kind der Fünfziger Jahre.

Geometrie für Anfänger

Ihr müsst meine Pinterest-Boards nicht gesehen haben. Vermutlich reicht es völlig, wenn ich euch berichte, dass einige davon ziemlich viele Kleidungsstücke in Schwarz-Weiß enthalten. Darauf fliege ich einfach: Streifen, Pünktchen, Color-Blocking – wenn es in Schwarz-Weiß ist, wird es als Inspiration festgehalten. (Dabei mag ich das Leben ansonsten lieber bunt.)

Das Foto oben habe ich schon sehr lange gespeichert, jedenfalls funktioniert der Link zur Herkunftsseite nicht mehr. Habt ihr Pinterest? Was macht ihr mit euren Boards? Ich scrolle jedenfalls immer mal wieder durch und freue mich daran, was kreative Menschen auf der ganzen Welt für tolle Sachen machen und dass ich sie gesehen und gepinnt habe und … ja, was dann? Gelegentlich kommt es tatsächlich vor, dass ich mich von einem Pin motivieren lasse, ihn nachzuarbeiten.

Natürlich ist es keine hundertprozentige Kopie. Man nennt es Inspiration. Oder auch Verwalten des Mangels, denn während ich tatsächlich in meinen Beständen einen Streifenstoff wiederentdeckte, der für diese Sommerbluse (oder nennt es Shirt, das überlasse ich euch) passte, gab es weder in Schwarz noch Weiß einen geeigneten Rest für den unteren Abschluss.

Ich war schon kurz davor, meine bunten Uni-Stoffe zu prüfen. Einerseits könnte ich mir eine Blende in einer Primärfarbe gut dazu vorstellen. Rot, Grün, Gelb, Royalblau … wäre alles denkbar. Aber damit ist man doch etwas eingeschränkt bei den Kombinationen, wenn man nicht gerade ein Papagei ist oder wenigstens ein Storch. Und dann fiel mir dieser Rest Pünktchenstoff in die Finger.

Weil ich so begeistert war, habe ich direkt auch einen Streifen davon als Armabschluss verwendet. Die Original-Vorlage hat natürlich „richtige“ Ärmel, während ich wieder meine üblichen überschnittenen Schultern genäht habe. Aber irgendwie mag ich kurze Ärmel nicht so, ich weiß auch nicht warum.

Fällt euch was auf? All mein Überlegen und stundenlanges Rumgeschiebe von Schnittteilen hat nämlich nichts geholfen, ich habe trotzdem ein Stück für das Vorderteil verkehrt zugeschnitten. Man kann sich nur streiten welches. Bei der Vorlage stoßen ja zwei weiße und zwei schwarze Streifen in der Mitte aneinander. Bei mir ist das nicht so. Eigentlich (da ist es wieder, dieses vertrackte Wort) wollte ich alle Streifen in der Mitte schwarz haben. Inzwischen bin ich aber nicht unzufrieden, dass es nicht geklappt hat, weil es mich sonst vielleicht zu sehr an ein Hakenkreuz erinnert hätte. Und das wollen wir ja auf keinen Fall. Und deshalb bleibt das jetzt so mit meiner ganz persönlichen Note.

Ich finde, jetzt habe ich genug Worte um ein im Prinzip doch recht einfaches Teil gemacht. Da halte ich doch lieber die Klappe und warte, was die anderen sich für den Me-Made-Mittwoch haben einfallen lassen.

Vorhang auf

Schon im vorigen Beitrag habe ich mich ja dazu geäußert, wie ich meine Projekt-Entscheidungen treffe. Während ich mich in anderen Bereichen meines Lebens ganz gut an Pläne und Vereinbarungen halten kann (sonst wäre man als Freiberuflerin vermutlich auch zum Hungertod verurteilt), folgen meine Nähprojekte nicht unbedingt einem langfristigen Konzept.

Dieses Kleidungsstück ist ein gutes Beispiel dafür. EIGENTLICH hatte ich vor, der erstaunten Nähwelt zu beweisen, dass ich auch aktuelle Schnitte nähen kann, und mir schon mal die ‚Rozan‘ aus der letzten Fibremood auskopiert. Jetzt ging es nur noch um die Stoffauswahl, weil diese Bluse mit ihren Raffungen ja doch etwas mehr Material als ein schlichtes Top benötigt.

Also ging in meinem Keller die typische Archäologen-Arbeit los: Schicht für Schicht legte ich bei meinen Ausgrabungen mögliche Kandidaten für mein Vorhaben frei. Und stieß dabei auf diesen blau-weiß gestreiften Baumwoll-Canvas.

Das war mal eine IKEA-Gardine aus einem unserer Kinderzimmer, an bestimmten Stellen deshalb von einer Seite schon etwas verblichen, aber wie ihr seht, grundsätzlich noch ganz gut in Schuss. Für einige kleinere Projekte hatte ich bereits ein paar Stücke rausgeschnitten, aber ihr kennt ja Gardinen und wisst, dass das eine Menge Stoff an einem Stück bedeutet. Dieses Teil war bestimmt seit zehn Jahren nicht mehr im Einsatz, wurde von mir garantiert fünfzig Mal umgeschichtet und wieder weggepackt, aber heute war es dran: ohne Zweifel musste jetzt sofort daraus etwas genäht werden!!!

Könnt ihr euch noch an das klassische Friesenhemd erinnern, in dem zum Beispiel Hannes Wader (googelt ihn ruhig mal, jüngere Semester, und hört euch seine Liedermacher-Nummern auf Youtube an) auftrat? Zu Anfang unserer Ehe habe ich meinem Mann solche Stehkragen-Modelle genäht. Die mussten in irgendeiner Form gestreift sein und einen gewissen alternativen Touch haben. Fun Fact: als ich bei Pinterest nach diesem Stichwort suchte, wurde der Begriff sofort in „Riesenhemd“ geändert. Daran erkennt man, wenn etwas endgültig nicht mehr modern ist. Nur unser Schreiner trägt die noch bei der Arbeit.

Macht aber nichts, da stehe ich ja drüber. An dem Foto oben erkennt ihr schon, dass ich auch ohne Pinterest-Anregungen arbeiten kann. Ich wollte es erst aussortieren, weil ich darauf beinahe schwanger wirke (das ist jedoch in meinem Alter ziemlich unmöglich, also denkt euch dabei, was ihr wollt), es zeigt aber ziemlich gut, was daraus geworden ist: eine Mischung aus Kittel und Hemd in – ach, ihr ahnt es – meinem bewährten Grundschnitt mit den überschnittenen Schultern.

Hier ein Detailfoto besagter Schultern, weil ich ziemlich zufrieden bin damit, wie gut sich die Streifen treffen. Natürlich habe ich auch meine Kiste mit dem Schnickschnack und Kleinkram durchsucht, um ein paar dekorative Designelemente zu finden, zum Beispiel den Lederpatch auf der Bauchtasche (oben zu sehen) und ein weiterer Gardinenrest als unterer Bund, durch den ich dann ein Band gezogen habe.

Hier seht ihr auch ein bisschen davon, wie verschossen der Stoff teilweise ist. Aber ich sage einfach mal, das gibt dem Teil Charakter – meine Haare haben ja auch nicht mehr ihre Originalfarbe.

Die unterschiedlichen Streifenrichtungen habe ich ganz bewusst so zugeschnitten, damit es nicht so langweilig wirkt. Der Druckknopf-Verschluss ist nicht zwingend notwendig, ich kann das Hemd auch so überstreifen, aber ich finde, dass es so lässiger wirkt. Ich fühle mich jedenfalls ganz wohl in dem Teil und bin froh, dass ich nun die Gardine wieder einem guten Zweck zugeführt habe. Verzeiht mir den abschließenden Kalauer: es reut mich friesig!

Heute ist wieder Me-Made-Mittwoch, da trete ich natürlich auch mal auf.

Spontan statt strategisch

Wie geht ihr vor, wenn ihr näht? Plant ihr mit Bedacht, was ihr in den folgenden Monaten fertigstellen wollt, oder lasst ihr euch spontan inspirieren? Sucht ihr erst den Schnitt aus und kauft dazu passend den Stoff? Oder entdeckt ihr zufällig ein tolles Material und überlegt euch dann, was ihr daraus machen könntet?

Da das hier ein Blog ist und keine interaktive SchneiderInnen-Selbsthilfegruppe, erzähle ich erst mal von mir. Ich gehöre – zumindest was das Nähen angeht – eindeutig zu den Spontanen. Das oben gezeigte Twin-Set ist typisch dafür: bei meinem einzigen Präsenz-Stoff-Einkauf in diesem Jahr bisher (ich brauchte unbedingt Leuchtmittel und hatte deshalb per click-and-meet einen Termin im Tedox vereinbart) fiel mir dieser grau-blau melierte Stoff in die Finger, und der musste natürlich mit. Ihr solltet ihn anfassen können, ein sehr leichtes und weiches Material mit hohem Baumwoll-Anteil … aber was macht man damit?

Okay, wer sich schon mehrmals meine Beiträge angeschaut hat, weiß, was jetzt kommt. Im Zweifelsfall wird mein bewährter Grundschnitt für ein schlichtes Oberteil mit überschnittenen Schultern eingesetzt. Da kann nichts schiefgehen und die kann man immer brauchen.

Aber weil ich beim Einkaufen natürlich noch keine Ahnung hatte, was daraus werden sollte, hatte ich mir mal 2 Meter abschneiden lassen (bei den Preisen kann man das unbesorgt machen), und nun war noch mindestens die Hälfte des Stoffs übrig. Das Ergebnis habt ihr oben bereits gesehen: zusammen mit einem früher schon auf Verdacht gekauften Reststück Bündchenware wurde ein an den momentan so beliebten #marlosweater angelehnter Cardigan daraus. Vermutlich habe ich seit dreißig Jahren kein Twin-Set mehr besessen – darf man sie überhaupt ohne Perlenkette und Faltenrock tragen? Ich habe beschlossen: man darf.

Nächstes Beispiel: diese Bluse. In dem Fall hatte ich dem Drängen meines inneren Kindes nachgegeben, das der Meinung war, ich sollte mir doch endlich mal wieder was gönnen. Eine Bestellung bei stoffe.de zum Beispiel, weil das Leben ja sonst so unspannend ist gerade. Ein Reststück dieses getupften Baumwoll-Crinkle fand widerstandslos den Weg in meinen Einkaufskorb.

Und nein, dieses Mal habe ich nicht zu meinem Grundschnitt gegriffen. Stattdessen habe ich einen Schnitt ausgegraben, den ich schon vor langer Zeit mal genäht hatte, weil vor meinem geistigen Auge nun mal eine lässige Bluse mit V-Ausschnitt aufgetaucht war.

Was ich nicht bedacht hatte: in den neunziger Jahren hatten wir diese extrem breiten Schultern, ausgepolstert wie der Anzug eines Mafia-Killers, und auch wenn ich neulich las, dass Schulterpolster wiederkommen, war ich der Meinung, dass ich das jetzt nicht brauche. Was tun? Gut, dass wir alle so kreativ sind: bei den Vorderteilen habe ich kleine Fältchen gelegt, abgeguckt bei Prüllas #blusebellah. Und beim Rückenteil war die einfachste Lösung eine Kellerfalte.

Sieht das nicht aus, als ob das einfach so muss? Auf jeden Fall ist das Stück jetzt tragbar. Auf eine der Taschen habe ich noch einen Schriftzug gesetzt, der ursprünglich mal ein Lanyard für mein Kongress-Namensschildchen war. (So was hat jemand, der alles hortet, was noch im Entferntesten brauchbar sein könnte – wie man sieht, kommt es gelegentlich sogar wirklich zum Einsatz.)

Hier wird das neue Teil kombiniert mit meiner Sweatjacke aus dem letzten Jahr. Wer genau hinschaut, erkennt das Bündchenmaterial wieder. Es sieht fast so aus, als hätte ich mit einem langfristigen Plan gearbeitet … Verratet mich nicht, wenn wieder jemand vorbeikommt, der so bewundernswert strategisch vorgeht.

Ab die Post zu Du für Dich am Donnerstag – ich bin gespannt, welche Inspirationen dort auf mich warten.

Für jedes Wetter eine Jacke

Ostern ist gerade vorbei, und ich bin heute zu 10 cm Schnee aufgewacht. Was soll das denn bitte? Zum Glück konnte ich am Karsamstag noch meine neue Jacke zu einem kleinen Spaziergang ausführen, denn jetzt ist es schon wieder zu kalt dafür.

Als gerade mal kein Lockdown war (ihr könnt euch erinnern? Es gab ab und zu mal solche Viertelstunden …), habe ich diese boucléartige Kochwolle (nennt man das so? Den Begriff habe ich noch von meiner Mutter im Kopf) bei Stoffe Werning gekauft. Und wie üblich bin ich dann erst mal wochenlang darum herumgeschlichen und habe mich nicht getraut ihn anzuschneiden. Aber irgendwann habe ich mir doch einen Ruck gegeben und überlegt, wie ich den am besten verarbeite.

Seit ich auf Instagram immer häufiger Beispiele des #lisboncardigan sah, vor allem eine Version in Gelb mit schwarz-weißen Bündchen, wollte ich auch so etwas in der Art. Letztlich habe ich dann wieder auf meinen Grundschnitt zurückgegriffen und mir die Jacke daraus selbst zusammengezimmert. Das Bündchenmaterial ist so schmal gestreift, dass es auf dem großen Foto regelrecht verflimmert, deshalb hier noch mal eine Nahansicht:

Hier sieht der Woll-Stoff eher babyrosa aus, tatsächlich ist er aber deutlich blaustichiger. Dabei seht ihr auch bereits den Futterstoff. Den hatte ich zwar irgendwann mal gekauft, um mir daraus eine Bluse zu nähen, aber dann verließ mich doch der Mut. Ich glaube, das wird nichts mehr mit mir und auffälligen Blümchenstoffen. Aber als Jackenfutter macht er sich ganz hervorragend!

Ich glaube, auch mein Mann – der absolut kein Fan von Blümchen und derlei lieblichen Mustern ist – war sehr erleichtert, dass ich daraus ein Futter und kein eigenes Kleidungsstück genäht habe. Deshalb erklärte er sich sogar bereit, mal den Instagram-Husband zu geben und mich zu fotografieren, zumal ich inzwischen auch meinen Friseurtermin hatte, wie man hoffentlich sehen kann.

Ursprünglich wollte ich die Jacke übrigens gar nicht füttern, aber schon die erste Anprobe zeigte, dass sie – egal bei welchem Material als Unterkleidung – absolut nicht die Arme hochgleiten wollte. Und eine Jacke, bei der man immer Minuten braucht, um sie mit viel Geduld zentimeterweise anzuziehen, braucht ja keiner. Nun hat sie ein Futter, das sie besser gleiten lässt, aber natürlich viel wärmer macht – im Haus kann ich sie nicht mehr anziehen …

Schließlich zeige ich euch noch eine Nahaufnahme der Tasche, die ich offen verarbeitet habe, weil das fabelhafte Material nicht franst. Das ist auch gut so, denn sonst wäre es vermutlich ziemlich dick an den Ecken geworden. Den einzelnen Knopf fand ich noch in meinem Fundus, und wenn ich inzwischen auch meine Liebe zu Kam-Snaps an allen Kleidungsstücken austobe, wollte ich ihn als Deko-Element nutzen und habe ihn deshalb zusammen mit einem Rest Zierband auf die Tasche gesetzt.

Jetzt kommt der Teil, auf den sich der Titel bezieht. Noch während unserer kleinen Foto-Session entwickelte mein Mann nämlich die Theorie, dass ich für jeweils zwei Grad Temperaturan- bzw. abstieg ein anderes Kleidungsstück brauche. Andere Leute (damit meint er natürlich sich) hätten eine Jacke für jedes Wetter, ich brauche für jedes Wetter eine Jacke – merkt ihr den Unterschied? Ich habe da gar nicht widersprochen. Schließlich muss ich ja diese Sachen nicht kaufen, sondern bin in der glücklichen Lage, sie mir selbst nähen zu können. Ich wette, ihr könnt das nachvollziehen. Dafür treffen wir uns ja zum Beispiel so gern beim Me-Made Mittwoch, auf den ich auch dieses Mal wieder ganz gespannt bin. Für welches Wetter habt ihr genäht?

Osterbunt

EIgentlich (und ihr ahnt schon, wenn EIn Satz so anfängt, endet er mit dem GegentEIl) wollte ich EIn wenig von mEInem endlosen Stoffvorrat abbauen, bevor ich mir neues Material anschaffe. Hat nicht geklappt, denn zunächst musste ich EInen Termin im Tedox machen, um EInige Leuchtmittel zu kaufen, und da kommt man direkt an der StoffabtEIlung vorbEI. Und dann landete ich auch rEIn zufällig auf der SEIte von stoffe.de und konnte EInen Blick auf die Reststücke werfen … ach ja. Man gönnt sich ja sonst nix.

Ehrlich gesagt ist es mir zu anstrengend, weiterhin im gesamten Text EIER zu verstecken. Da greife ich doch lieber zu einer meiner Neuerwerbungen und nähe mir fix ein österliches Oberteil aus meinem liebsten Grundschnitt, aus dem man ja so ungefähr alles machen kann außer Hosen und Bikinis. Das Reststück von stoffe.de ist eine kreppartige Viskose mit Farben, die einem geradezu ins Gesicht knallen. Vielleicht hat der/die DesignerIn gar nicht an Ostern gedacht, aber mir kam natürlich schon der Gedanke.

Weiter habe ich dazu wenig zu erzählen, die ganze Aktion war gestern innerhalb von zwei Stunden über die Bühne, denn bei einem so lebhaften Muster braucht man ja nun wirklich keine weiteren Verzierungen. Stattdessen greife ich schon mal dem Osterhasen vor und präsentiere das neue Stück mit saisongerechter Deko.

Auf der Suche nach einer nicht so winterlichen Jacke (für die steigenden Temperaturen, wenn man trotzdem dem warmen Braten noch nicht so recht traut) stieß ich dann auf dieses Stück, das ich schon letztes Jahr genäht, aber aus unerfindlichen Gründen nie verbloggt hatte. Natürlich kommt auch hier der Grundschnitt mit den überschnittenen Schultern zum Einsatz, ich weiß, so langsam könnt ihr es nicht mehr ertragen. Die rote Kochwolle hatte ich schon sehr lange im Fundus; es gibt ja so Stücke, die traut man sich einfach nicht anzuschneiden aus Angst, man könnte es verbocken. Stattdessen liegen sie jahrelang rum und nützen niemandem.

Ein bisschen verbockt habe ich es tatsächlich, denn ich bin mit dem Kragen nicht zufrieden. Damit das Ganze nicht zu dick wird, habe ich die Belege aus einem anderen Stoff geschnitten. Das hat bei den Vorderteilen auch ganz gut geklappt, aber der Stehkragen ist ein bisschen verzogen. Ich muss es noch mal mit Dämpfen versuchen. Und ich muss mal in meinen Resten graben, ob ich noch genug Stoff für Taschen habe – was hatte ich mir bloß dabei gedacht, mir eine Jacke ohne Taschen zu nähen? Es sieht ja ganz edel aus, aber praktisch ist es nicht.

Vielleicht sehen wir uns ja gegenseitig noch bei Du für Dich am Donnerstag? Ansonsten wünsche ich euch wunderschöne Ostertage – blEIbt gesund!

Resteauflauf

„Zero Waste“ ist ja ein großes Thema in der Nähwelt in letzter Zeit. Was macht ihr mit den Resten, die beim Schneidern anfallen? Da ich es momentan liebe, kleine Kontraste aus anderem Stoff zu setzen, habe ich mir angewöhnt, alle Schnipsel auszubewahren, die größer sind als eine Handfläche. Man kann ja nie wissen …

Jetzt habe ich aber doch was gegen diese Mengen von Überbleibseln unternommen: ich habe mir ein Shirt genäht.

Damit ist natürlich nur ein kleiner Schritt gemacht – meine Restkiste sieht immer noch sehr voll aus -, aber immerhin. Zunächst habe ich alle Stoffe gesichtet, die aus dem Bereich Leinen/Baumwolle so ungefähr dieselbe Stärke haben. Damit es nicht zu bunt wird, bin ich farblich im Spektrum grau-blau-violett geblieben.

Voraussetzung: sie mussten 40 cm breit sein, damit ich daraus Streifen schneiden konnte, die unterschiedlich hoch sein durften. Die habe ich erst mal mit dem Overlocker zusammengefügt.

Die Overlock-Nähte wurden alle in eine Richtung gebügelt und dann abgesteppt. Für Vorder- und Rückenteil habe ich jeweils zwei der entstandenen Stoffstücke zusammengenäht. Der Schnitt ist wieder mein selbstgebauter Grundschnitt – ideal, weil er ganz schlicht ist.

Der einzige Nachteil: jetzt mag ich den einen Ärmel lieber als den anderen!

Mitten im größten Durcheinander der Vorbereitung (ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie viele Stoffstücke da zunächst auf dem Tisch liegen, während man eine Auswahl trifft) tauchte plötzlich auch noch eine Schachtel mit Sticktwist in allen Farben auf. Gestickt habe ich schon ewig nicht mehr, aber meine Schwiegertochter hat mir zu Weihnachten ein Buch mit Stickvorlagen geschenkt, das mich eh schon die ganze Zeit angepiekst hat. Deshalb entstand der Plan, mal mit selbstgestickten Aufnähern zu experimentieren. Der hier sitzt hinten im Nacken:

Und dieser landete auf dem Vorderteil:

Bei der Qualität ist sicher noch Luft nach oben, wenn ich mir jetzt die großen Fotos angucke. Macht aber nichts, da kann ich noch etwas üben für zukünftige Projekte.

Natürlich ist auch bei diesem Unterfangen einiges übriggeblieben. ‚Zero waste‘ lässt sich wirklich nur umsetzen, wenn man konsequent nur gerade Nähte macht oder ein Projekt wie den Pouf umsetzt (kostenlose Anleitung in Englisch bei Closet Core Patterns), eine Art Sitzkissen, bei dem nicht nur die Konstruktion aus Reststoffen erfolgt, sondern auch die Füllung aus all den Textilresten besteht, die man sonst in den Müll schmeißen würde. Bisher habe ich mich aber noch nicht getraut, das anzupacken. Mal sehen …

Zuerst mal bin ich jedenfalls ganz zufrieden mit meinem Oberteil. Da werden sich in meinem Schrank bestimmt auch einige Teile wiederfinden, mit denen es sich kombinieren lässt, mir fällt sofort der fliederfarbene Leinenstoff auf, aus dem ich mir letzten Sommer eine Calyer Pants genäht habe! Jetzt fehlt nur noch das warme Wetter. Aber da besteht ja Hoffnung.

Jetzt noch schnell mit meinem Resteprojekt zu Du für Dich am Donnerstag. Vielleicht gibt es da noch viel mehr neue Inspirationen!

Treuepunkte

Dass die Geschäfte so schnell wieder öffnen, hatte ich nicht erwartet. Deshalb hatte ich mich gerade entschieden, einen Stoff zu verarbeiten, der fast so gut abgelagert ist wie der Verena-Schnitt aus den Neunzigerjahren, den ich mal wieder dafür verwendet habe, weil er so schön ‚oversized‘ ist, wie ich es mag. Das ist dabei herausgekommen:

Eine ‚klassische‘ Pünktchenbluse – muss ich dazu viel sagen?

Ein paar Anmerkungen kann ich doch machen. Wie immer, wenn ich Hemdblusen nähe – und das waren ja einige in letzter Zeit – habe ich in meinem Vorrat an Reststücken geschaut, ob ich nicht noch einen passenden Kontraststoff für Kragen, Manschetten und innere Rückenpasse finde. In diesem Fall gab es einen romantischen Blümchenstoff, der genau das Marineblau als Grundfarbe hat, den auch das Hauptmaterial aufweist. Hier gut am Unterkragen zu sehen:

Und auch die Manschetten – brav gepunktet, wenn sie geschlossen sind – überraschen beim Aufklappen mit Rosenmuster.

Ein moderneres Element ist das Zierband auf der unteren Druckknopf-Verschlussleiste. Solche Bänder finde ich neuerdings häufig auf den Freizeithemden meines Mannes, und als mir neulich in der Geschenkverpackungs-Abteilung des Drogerie-Marktes dieses Textilband in die Finger fiel, habe ich es kurz entschlossen dafür eingesetzt.

Wie üblich habe ich die Blusenknöpfe durch Kam-Snaps ersetzt, in diesem Fall in Weiß, weil das ja gut zu den Pünktchen passt. Momentan kann ich mir nicht mehr vorstellen, viele kleine Knopflöcher zu machen (meine Maschine mag das so wenig wie ich, zumal sie keine Knopflochautomatik hat) und dazu Knöpfchen anzunähen, die ich dann später mühsam auf- und zumachen muss. So geht es doch viel leichter!

Zum Schluss noch ein Gesamteindruck zum Thema „Marine-Stil“. Denn hier passt nicht nur das vor ein paar Monaten genähte Sweatshirt perfekt mit der Bluse zusammen, sondern auch das Bild im Hintergrund (das einzige Stück meiner Ahnengalerie 😉 – aber immerhin!). Es zeigt meinen Vater im zarten Alter von 3 Jahren in einem damals wohl sehr populären ‚Kieler Anzug‘. Erst als ich die Fotos hier einstellte, sah ich, dass er auch bei dem Detailfoto mit den Manschetten vorwitzig durch die Lücke späht. Da will er halt auch dabei sein!

Und damit sind wir beim letzten Stichwort! „Dabei sein ist alles“, sagt man ja gelegentlich, und das trifft natürlich auch für Link-Partys zu. Gucken wir also mal, wer sich sonst noch bei Du für Dich am Donnerstag einreiht. Pünktchen werden dabei sein. Fehlt nur noch Anton.

Den Überblick behalten

Offenbar bin ich nicht die Einzige, für die in dieser Phase die Zeiten zu verschwimmen beginnen. Was für ein Tag ist heute? Richtig, es ist wieder Zeit für den Me-Made-Mittwoch. Eine feste Größe im Leben einer deutschen Hobbyschneiderin, auch wenn Corona vieles andere lahmlegt.

Die ideale Rocklänge, mit der Carola „Nähkatze“ sich in ihrer Intro beschäftigt, wird bestimmt auch für mich noch mal ein spannendes Thema sein. Momentan geht es hier aber eher um Oberteile, denn da habe ich in meinem Schrank mehrere gefunden, die ich hier noch gar nicht vorgestellt habe. Zum Beispiel diese lila Sweatjacke aus einem Reststück, das ich irgendwann mal zufällig gefunden hatte – ich weiß nicht mehr wo.

Weil Ironie in meiner Familie der übliche Ton ist, den niemand persönlich nimmt, kam natürlich schnell der Vorschlag, ich sollte noch ein Wappen von Hufflepuff oder Gryffindor drauf nähen, wobei eine schnelle Google-Suche ergab, dass keins der vier Häuser aus Harry Potter auf der Farbe Lila basiert. Ist auch egal, denn ich bin mit dem jungen Magier nicht besonders vertraut und meine Abzeichen sind aus denselben Resten gebastelt, die ich auch für die Einfassung der Taschen und das Halsbündchen verwendet habe. Das Longsleeve, das ich mir ursprünglich damit genäht hatte, blinzelt noch etwas unordentlich hervor.

Obwohl ich inzwischen über einen großen Fundus an Kam-Snaps verfüge, hatte ich natürlich keine farblich passenden. Also habe ich mich für bronzefarbene entschieden, was mir in dieser Kombination richtig gut gefällt. Zugeschnitten habe ich mal wieder meinen selbstgebastelten Grundschnitt; mir fällt immer wieder auf, dass er sich sehr materialsparend erweist, weil die Ärmel infolge der überschnittenen Schultern relativ kurz sind und das gerade auf Reststücken beim Auflegen besser hinhaut.

Mein zweites Exponat ist diese Bluse nach dem Schnitt „Isra“ aus der vorletzten Fibremood. Den Schnitt habe ich schon mehrmals verwendet, aber er birgt immer wieder Überraschungen. Bei meinem „Shacket“ aus dem letzten Post waren plötzlich die Ärmel extrem kurz. Dieses Mal ist der Kragen unerwartet groß ausgefallen. Das liegt vermutlich nicht an Fibremood, sondern an mir, aber ich bin noch nicht dahintergestiegen, welche kosmischen Impulse mich immer wieder dazu verleiten, beim Zuschneiden solche Denkfehler zu machen.

Dabei ist mir der Kragen ansonsten gut gelungen. Das verwendete Material, eine Art Chambray in Stahlgrau, lag ebenfalls schon lange im Fundus; ich kann über Zusammensetzung und Herkunft nur spekulieren (dann bewundere ich immer die Schneiderinnen, die über ihre Stoffvorräte so gewissenhaft Buch führen), und letztlich ging es mit dem Zuschneiden ziemlich knapp aus, so dass ich den inneren Kragensteg und die innere Manschette aus diesem Rest Blümchenstoff zuschneiden musste.

Bisher hatte ich das bei meinen Blusen immer eher als Gag gemacht, um sie durch die Kombination mit einem anderen Muster etwas aufzupeppen. Dieses Mal hätte ich lieber darauf verzichtet, um der Bluse noch stärker den Eindruck eines Jeanshemds zu verleihen – aber im Nachhinein finde ich es auch ganz hübsch. Jedenfalls passt es zusammen.

Abschließend noch ein Tragefoto mit einem Sweatshirt, das ich mir schon vor geraumer Zeit aus Resten genäht habe. Man sieht, ich bin tendenziell eine graue Maus, und beim Friseur war ich auch noch nicht, aber ich bleibe optimistisch: alles wird gut!

Whatever it takes…

… to stay warm! Als bekennende Frostbeule suche ich momentan nach den wärmsten Kleidungsstücken im Schrank. Eins davon ist diese Strickjacke. Sie ist nicht nur super-gemütlich, sondern auch insofern etwas Besonderes, als ich sie fast komplett nach Anleitung gestrickt habe, und zwar aus dem „Filati“-Heft Herbst/Winter 2008/09:

Nur auf den Stehkragen habe ich verzichtet, weil ich Angst hatte, es würde zu kratzig am Hals. Hier also meine Version:

Gestrickt schon vor ein paar Jahren aus Gedifra Golden Tweed. Ein echtes Öfchen!

Und für das erste in diesem Jahr entstandene Kleidungsstück bin ich auf den neuen Trend aufgesprungen – ein „Shacket“ ist offensichtlich die Kombination aus „Shirt“ und „Jacket“, und das sieht bei mir so aus:

Ich hatte mich schon lange gefragt, was ich mit einem anthrazitgrauen Wollstoff anfangen sollte, den ich mal irgendwann günstig bekommen hatte, weil er wegen Webfehlern nicht komplett verwendbar war. Auf der Fahndung nach den wärmsten Materialien im Fundus tauchte er wieder auf und kam als Probestück sofort unters Messer auf den Zuschneidetisch.

Als Schnittmuster habe ich „Isra“ aus der Fibremood verwendet, allerdings ohne die Teilungsnähte. Und, wie mir erst hinterher auffiel, ohne die Ärmelbündchen, weshalb die Ärmel eher dreiviertel lang sind. Ich bin immer noch unentschlossen, ob ich sie nachträglich mit Bündchen verlängern soll. Genügend Stoff wäre auf jeden Fall da. Aber dagegen spricht sowohl meine Faulheit als auch die Tatsache, dass ich Ärmel sowieso meistens hochschiebe.

Auch in diesem Fall hatte ich etwas Sorge um meinen kratz-empfindlichen Hals, denn … Wollstoff?!? Da habe ich doch lieber wieder das getan, was ich in letzter Zeit bei all meinen Blusen gemacht habe: Innensteg und Unterkragen aus einem Kontraststoff nähen. Ursprünglich gab es auf dem linken Vorderteil auch noch eine aufgesetzte Tasche aus dem Hahnentritt, aber bei der Anprobe gefiel mir das überhaupt nicht mehr, also habe ich sie wieder abgetrennt.

Insgesamt ist das Stück eher schlicht. Die abgerundeten Säume, die beim Rückenteil länger sind als vorne, wurden vom Originalschnitt übernommen. Die roten Kam-Snaps bilden noch einen kleinen Farbtupfer. Zwischenzeitlich hatte ich mal Sorge, das Stück könnte zu Trachten- oder Jäger-mäßig daherkommen – tut es aber nicht, so lange ich keine Edelweiß-Aufnäher oder Bordüren aufbringe. Sogar mein Mann hat mir ein Lob für mein neues „Shacket“ ausgesprochen, und das will was heißen!

Und wie ihr seht, strahlt sogar die Sonne heute. Fürs Fotografieren auch wieder nicht optimal, aber ich werde nicht klagen, wenn sie mal scheint! Stattdessen warte ich mal ab, was die anderen Kreativen bei Du für Dich am Donnerstag so vorzuführen haben.

Und nun kommt noch ein kleiner Werbeblock, weil am Sonntag Valentinstag ist: wenn man sonst schon nichts machen kann und in manchen Bundesländern sogar die Blumenläden geschlossen sind, habe ich hier eine kleine Valentinsgeschichte für euch zum Selberlesen oder Weitergeben. Viel Spaß!