Der einfachste Rucksack der Welt. Und ganz leicht ist er auch.

Dieses scharfsinnige Wortspiel in der Headline zu formulieren war beinahe schwieriger als den Rucksack zu nähen. Das Prinzip ist ganz simpel – selbst erfunden habe ich es genau so wenig wie das Rad. Irgendwo auf meinen Pinterest-Boards befindet sich die Anregung dafür – vielleicht finde ich sie noch … dies war sie nicht, aber eine gewisse Ähnlichkeit zu meinem Rucksack besteht.

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Damit möchte ich meinen noch frischen Blog erstmalig bei Me Made Mittwoch vorstellen, und das fühlt sich ein bisschen so an, als wäre man damals in der Schule die Neue in der Klasse, in der sich alle anderen kennen. Mein Pausenbrot kann ich leider nicht mit euch teilen, dafür aber ein paar Hinweise zur Herstellung. (Die ich leider nicht fotografisch dokumentiert habe, aber ich denke, das meiste erschließt sich von selbst.)

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Eigentlich ist es nur eine große Tasche ohne Verschluss. Die Materialien stammen fast alle aus dem örtlichen Tedox:

  • ein Reststück festen Stoff
  • entsprechend viel Futterstoff
  • etwa 1,80 m Gurtband
  • 4 Gardinenringe, die sich teilen und wieder zusammenklipsen lassen

Aus meinem Fundus stammen zwei kleine Lederstücke und die Gürtelschließe. Als erstes schneidet man den Stoff zu: gewünschte Größe des Rucksacks mit dem Stoffbruch an der Schmalseite. Hier ein Bild, mit dem sich etwa abschätzen lässt, wie groß mein Rucksack ist:

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Dann habe ich auf der einen Seite das Ende des Gurtbands mit einem Stück Leder abgedeckt aufgenäht. Auf der anderen Seite habe ich nur ein kurzes Stück Gurtband angenäht und die Gürtelschließe daran befestigt – damit kann man später variieren, wie lang der Träger sein soll.

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Dann werden die beiden Seitennähte geschlossen. Damit der Rucksack etwas Tiefe bekommt, habe ich anschließend die Ecken aufgefaltet und schräg darüber genäht, so als würde man ein rechtwinkliges Dreieck nähen, dessen lange Seite (die Hypothenuse, damals hab ich bei Geometrie noch aufgepasst!) etwa 4 cm lang ist. Das überstehende Dreieck kann man dann abschneiden und die Tasche auf rechts wenden, dann sieht das so aus:

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Genauso wird das Futter gemacht (nur ohne Träger natürlich). Ich habe noch eine Innentasche aufgenäht und dann die beiden Teile ineinander geschoben, jeweils eine Nahtzugabe umgeklappt, so dass das Futter etwas tiefer sitzt, und das Ganze mit einer Rundum-Naht zusammengenäht. Davor hatte ich etwas Sorge, es hat aber super geklappt. Ich hab mal in die Tasche hineinfotografiert:

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Man erkennt die Innentasche und dass ich es tatsächlich geschafft habe, das Futter ganz knappkantig abzusteppen. Jetzt kommt der spannendste Teil: die Ringe einsetzen. Dafür hätte ich im Nachhinein gern Futter und Oberstoff mit einem Streifen Bügelvlies zusammengeklebt, da war es aber schon zu spät. Es hat aber auch so funktioniert, obwohlich schon sehr nervös war, als ich die Löcher für die Ringe geschnitten habe. Sie sitzen tatsächlich symmetrisch und auf beiden Seiten übereinander, so dass ich das Gurtband durchziehen und mit der Gürtelschließe beide Teile verbinden konnte.

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Ganz klar ist das kein Wanderrucksack, und man sollte ihn nicht ständig auf- und absetzen wollen, weil natürlich das Gurtband immer rutscht und man mit dem zweiten Arm schon etwas herumhampelt, bis er sitzt. Kurzfristig kann man ihn aber auch als Schultertasche tragen, und das ist, wie ich finde, total genial. Mein Prototyp war jedenfalls schon mehrmals mit mir unterwegs. Es passt ein Schirm rein und eine DIN A 4-Mappe sowie der ganze Kleinsch**ß, den ich immer brauche. Wenn ich ihn noch mal nähen würde, sollte das Obermaterial noch etwas stabiler sein (oder man müsste ein Vlies von innen gegensetzen). Aber das ist ja das Tolle im Leben: man lernt immer noch dazu. Auch wenn man nicht mehr in die Schule geht.

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Autor: Ulla

Immer auf der Suche nach kreativen Ideen

8 Kommentare zu „Der einfachste Rucksack der Welt. Und ganz leicht ist er auch.“

  1. Hallo!
    Dein Rucksack ist wirklich schick. Der MMM ist allerdings nur für Kleidung gedacht, daher muss ich Dich leider löschen. Wir freuen uns, wenn Du das nächste Mal mit einer selbstgenähten selbstgetragenen Klamotte mitmachst! LG, Katharina vom MMM-Team

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    1. Hallo Vera, achte nur darauf, dass das Material genug Stand hat (ich hab noch nicht mit SnapPap gearbeitet, vielleicht eignet es sich ja besser als Dekostoff?). Ich hatte den Rucksack jetzt schon öfter dabei und kriege auch viele positive Rückmeldungen, aber am besten sieht er aus, wenn man eine größere Mappe drin hat, sonst fällt er doch etwas zusammen. Ohne Mappe lässt er sich zumindest als Tasche nicht so gut tragen. Aber mir gefällt er immer noch gut 🙂

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      1. Liebe Ulla, vielen Dank für den Tipp! Ich habe vor ihn aus SnapPap oder ReLeda zu machen. Und ich glaube letzteres ist das perfekte Material. Der steht jetzt ganz oben auf meiner To-Sew-Liste 🙂 LG Vera

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