Man kann nicht immer gewinnen

Seit ich RUMS und ähnliche Linkpartys entdeckt habe, fühle ich mich manchmal regelrecht erschlagen von all den tollen Kreationen, die dort gezeigt werden. Ab und zu zeigt aber auch jemand mal was, das nicht so geklappt hat wie erhofft – und ich finde, davon kann man auch was lernen, und sei es nur, dass man sich davon nicht unterkriegen lassen sollte. Ihr wisst schon – aufstehen, Krönchen richten, weitergehen. (Ich liebe diese Redensart! Deshalb habe ich sie auch hier für mein Cover verwendet. Kleine Werbeeinblendung am Rande.)

Also zeige ich euch heute einen gescheiterten Refashion-Versuch.

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Regelmäßig – schätzungsweise einmal im Jahr – mache ich den Versuch, aus einem Herrenhemd ein Damenoberteil zu kreieren. Und regelmäßig geht das schief, weil Männer und Frauen nun mal verschieden sind – gerade dort, wo ein Oberteil sitzt. (Nicht nur dort, ich weiß, aber wir reden ja hier vom Schneidern.) Mein Problem ist folgendes: wenn das Hemd zu klein ist, dann fehlt mir Weite am Brustumfang. Wenn ich ein XXL-Hemd nehme, dann sind die Ärmelauschnitte so riesig, dass ich keine ordentlichen Armlöcher hinkriege. In diesem Fall traf sogar beides zu, was man auf dem oberen Foto zum Glück nicht so genau sehen kann.

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Hier kann man es schon besser erkennen: nachdem ich die Ärmel rausgetrennt hatte, waren die Armausschnitte viel zu tief. Wegen der Brusttasche konnte ich keine richtigen Abnäher machen, sondern nur etwas weiter oben welche setzen. Weil ich meterweise Schrägband aus einem Baumwollstoff mit Blümchenmuster produziert hatte, habe ich nicht nur alle offenen Kanten damit eingefasst, sondern auch jeweils eine Ecke unten in den Ärmel eingesetzt.

Trotzdem sitzt das Teil nicht, und ich werde es nicht anziehen. Schade eigentlich, denn ich finde schon das Ausgangsstück sehr schön mit dem angenehmen Chambray und der Pattentasche. Und die Kombination mit dem verspielten Blümchenmuster gefällt mir auch. Ich habe noch zwei kleine Quadrate auf den Kragen gesetzt, weil ich die Knopflöcher für einen Button-Down-Kragen verstecken wollte.

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Trotzdem: Satz mit X – war wohl nix! Denn wenn ein Teil nicht sitzt, liegt es ja nur rum. Und dann muss es gehen. Tut mir leid.

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Autor: Ulla

Immer auf der Suche nach kreativen Ideen

7 Kommentare zu „Man kann nicht immer gewinnen“

  1. Hhmm .. ich finde es sieht gar nicht schlecht aus. Jedenfalls hat mich dein Bild angelockt da ich was sommerliches mit Kragen gut finde. Aber ich kenn das gut , wenn man sich nicht wohl fühlt … weg damit.

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  2. Die richtig schlimmen Fotos zeige ich hier auch nicht ;o) – aber in dem Moment, wenn eine Bluse auf dem Busen spannt. ist es eigentlich gelaufen. Und wenn man dann gleichzeitig noch am Armausschnitt reingucken kann – geht gar nicht. Aber vielleicht probiere ich die Kombi trotzdem noch mal mit einem Neu-Projekt, denn Chambray und Blümchen gefällt mir nach wie vor.

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  3. Ich bin ja (im Gegensatz zu meiner Mama der Upcycling-Queen) gar nicht wirklich für das große Verändern von Kleidung zu haben. Mein einmaliger Versuch ein lockeres Jersey-Kleid in ein Top zu verwandenln ist aufgrund von Stoffmangel nichts geworden?! Verstehe ich bis jetzt noch nicht … Ev. Könnte man beim XXXL Hemd bei den Seitennähten etwas wegstecken, um so etwas Weite wegzunehmen und dadurch auch die Armausschnitte zu verkleinern. Die andere Variante ist natürlich immer der gewollte Fledermausärmel. Mit dünner Baumwolle könnte er sogar ein interessantes Element sein.
    Lass dich nicht unterkriegen, ich bin mir sicher bei vielen anderen klappt es auch nicht immer auf Anhieb – so wie bei mir! =)
    Viele Grüße, Anna

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    1. Keine Sorge, so wie ich mich kenne, werde ich es beim nächsten schönen Herrenhemd, das mir über den Weg läuft, wieder versuchen. Wahnsinn ist, so hat ja mal jemand Kluges gesagt, wenn man immer wieder dasselbe tut und doch auf einen anderen Ausgang hofft ;o)

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  4. Misserfolge sind sehr interessant und hilfreich! Danke für den Beitrag.
    Ich „verbastel“ mich auch öfter mal und bin immer geneigt noch weiter zu verschlimmbessern. Dazu möchte ich Dich keinesfalls überreden, aber falls bis auf die zu geringe Weite auf Brusthöhe sonst alles angenehm ist, würde ich wahrscheinlich versuchen einen größeren Keil unter der Achsel einzusetzen. Entweder zur Taille oder ganz bis zum Saum hin spitz auslaufend. Vielleicht ist noch Blümchenstoff da?
    Liebe Grüße!

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    1. Die Brustweite ist – sofern ich nicht den Ehrgeiz habe, einen Push-up-BH zu tragen – das kleinere Problem. Ein Keil würde das Armloch ja noch größer machen. Allerdings habe ich gerade noch eine ganz andere Lösung gefunden: weil ich das Rückenteil deutlich länger zugeschnitten hatte als vorn, konnte ich unterhalb der Rückenpasse etwa 2 cm vom Rückenteil wegnehmen (ich habe einfach von innen auf Höhe der Naht eine Falte abgesteppt), was natürlich auch das Armloch entsprechend enger macht und zudem noch das Ganze ein wenig nach oben zieht. Es ist immer noch nicht optimal (das wird es auch nicht mehr), aber deutlich besser als vorher. Vermutlich hätte ich in der Zeit, die ich jetzt für diese Änderungen verwendet habe, auch das Hemd direkt komplett auseinandernehmen und nach einem Schnitt neu zusammennähen können, aber … Live and Learn.

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  5. Pingback: Gehirnwäsche

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