Jagd auf Roter Oktober

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Da ich mal wieder nicht die Erste bin, die bei Selmins 12 colours of handmade ihre roten Sachen postet, war mir klar, dass „Lady in Red“ als Titel schon vergeben sein würde. Aber das Stichwort „Oktober“ passt eigentlich auch besser, denn obwohl dieser Rock sehr sommerlich aussieht, ist er bei Temperaturen über 20 Grad zu warm. (Eigentlich schade, denn ich finde die Schuhe dazu ganz toll – endlich mal schickes Schuhwerk ohne diese Märtyrer-High-Heels.)

Es stellte sich nämlich schon vor der Fertigstellung heraus, dass der Stoff (sieht aus wie Leinen, ist aber ein Baumwoll-Polyester-Gemisch) gefüttert werden musste, um nicht ständig an den Beinen hochzukriechen. Roten Futterstoff hatte ich nicht (mal ehrlich, wer von euch hat Futterstoff in allen Farben vorrätig, um an einem Näh-Wochenende auf solche Notfälle vorbereitet zu sein?), also ist es lila geworden – eine Kombination, vor der ich mich früher gegraust hätte, aber erstens sieht man es ja nicht und zweitens macht es diesen schlichten Rock zu etwas Besonderem. (In meinem Kopf zumindest.) Denn so sieht er ja aus, als hätte man bestellt: „Einmal langweiliger Grundschnitt ohne alles.“

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Aber manchmal braucht man schließlich solche schlichten Teile, um sie mit einem besonderen Oberteil zu kombinieren. Weil in diesem Fall aber der Rock die Hauptrolle spielen soll, habe ich dazu ein Shirt angezogen, das eher in die Kategorie „tragbares Probeteil“ fällt. Ich wollte testen, ob ein alter Raglan-Schnitt noch funktioniert (auch ohne gigantische Schulterpolster wie vor 20 Jahren) und habe deshalb das Teil ganz fix auf der Overlock zusammengezimmert. Der Baumwoll-Jersey war ein Rest vom Tedox-Grabbeltisch. Aber wie es manchmal so geht – das Ding ist plötzlich unverzichtbar geworden, ich musste es im Urlaub sogar zwischendurch waschen (was ich sonst zu vermeiden versuche), weil es mir sonst gefehlt hätte. Es bekommt etwas Besonderes durch die knappkantig abgesteppte Naht am Stoffbruch (ein sehr spontaner Entschluss, den ich nicht bereue) und das kleine Stück Stick-Bordüre mit meinen Initialen. Das habe ich vor vielen Jahren mal auf einem Flohmarkt entdeckt und hüte es seitdem wie meinen Augapfel – bescheuert, oder? Es wurde jedenfalls endlich mal Zeit, dass wenigstens ein Teil davon  verwendet wird, und auch deshalb freue ich mich, dass das Shirt so einen zentralen Platz in meiner Garderobe eingenommen hat.

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Ergänzen wollte ich das Outfit durch meine rote Strickjacke, aber das wäre absoluter Feuerwehr-Overload geworden. Deshalb zeige ich sie euch lieber in Kombination mit einem  Kaufshirt von Tchibo, dessen Schnitt ich definitiv abkupfern werde, weil es so gut sitzt. Davon erkennt ihr natürlich nicht viel, denn in erster Linie seht ihr wieder Rot:

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Gestrickt ist es ohne Anleitung aus einem Garnpaket von Schachenmayr Nomotta Rainbow. Weil es recht dünn ist, habe ich es doppelfädig verarbeitet, damit das Jäckchen etwas mehr Stand hat. Das Muster ist eins dieser materialsparenden „Moos“-Muster (1 rechts, 1 links, in jeder Hinreihe wechseln), aber wegen des bunten Effektgarns sieht man das auch in der Nahaufnahme nicht wirklich. Die Kanten habe ich umhäkelt und dabei die Schlaufen für die Knopflöcher gemacht.

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Auch das ist ein Teil, das durch erstaunliche Vielseitigkeit überzeugt, denn es passt zu Jeans, zu allen meinen Shorts, zu Sommerkleidern und über Tops, so lange sie nicht zu bunt sind. Das hatte ich gar nicht erwartet – aber manchmal wird man halt auch durch solche positiven Überraschungen für seine Arbeit belohnt.

Das war also mein Beitrag aus dem Rot-Stich-Milieu (ächz! was für ein übles Wortspiel!) – und weil Donnerstag ist, geht es auch gleich noch zu RUMS.

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Autor: Ulla

Immer auf der Suche nach kreativen Ideen

2 Kommentare zu „Jagd auf Roter Oktober“

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