Lila, der letzte Versuch

Irgendeinen relevanten Titel muss dieser Post haben. Die Redensart fällt mir halt immer ein, wenn von Lila die Rede ist. Und tatsächlich hatte ich diese Farbe für mich eigentlich abgehakt, bis Selmin für diesen Monat im Rahmen der „12 colours of handmade fashion“ die Farbe Violett ausgerufen hat. IMG_0986

Auf diesen Post habe ich mich schon regelrecht gefreut, denn ich kann vielleicht für Leser meines Blogs damit gleich mehrere Dinge gerade rücken.

Erstens: hat es bisher ja so ausgesehen, als würde ich seit Jahren nur mit etwa fünf Grundschnitten arbeiten und niemals gar nie nicht etwas Neues ausprobieren. Falsch! Hier handelt es sich nämlich um den gerade sehr aktuellen #hotsummerfreebie von Schneidernmeistern. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich einen Schnitt als pdf runtergeladen, ausgedruckt und zusammengeklebt, danach ausgeschnitten, noch mehr geklebt, schließlich zugeschnitten und genäht.

Uff! Wie machen das Schneiderinnen, die nicht heimlich in das Büro ihres Mannes schleichen und dort alle Blätter mit der Schneidemaschine an zwei Seiten absäbeln können, um sie anschließend zum Zusammenkleben auf dem großflächig möbelfreien Fußboden auszubreiten? Beim nächsten Mal werde ich das Angebot eines Internetplotters nutzen. Aber zurück zum Schnitt.

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Auch wenn das Foto von der Qualität zu wünschen übrig lässt, komme ich jetzt zu

Zweitens: wer bisher den Eindruck hatte, ich wäre größtenteils eher nicht so überzeugt von dem, was ich selber so produziere, kann sich jetzt erleichtert zurücklehnen. Mit diesem Kleid bin ich wirklich zufrieden. Wenn man erstmal die oben beschriebene Prozedur überstanden hat und zum eigentlichen Nähen schreiten kann, ist alles gut. Wobei ich natürlich mal wieder nicht in der Lage war, die Anleitung exakt zu befolgen. Ich hatte es mir wirklich vorgenommen, die Teile einzeln zuzuschneiden und das mit den französischen Nähten auszuprobieren, aber dann entdeckte ich in meinem Vorrat dieses glänzende Schrägband, das einfach so genial zu dem extrem matten Leinen aussieht … der Rest ist Geschichte. Vorder- und Rücktenteil wurden fix im Bruch zugeschnitten und das Band aufgesteppt, gleich noch der Halsausschnitt damit versäubert, Seitennähte geschlossen, Armausschnitte versäubert. Anprobiert und für viel zu lang befunden – und dann kurzerhand statt der vorgebenen Bögen zwei seitliche Schlitze und einen geraden Saum genäht. Fertig.

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Ich hätte sofort damit losziehen und die nächste Eisdiele besuchen mögen, leider spielte aber das Wetter nicht mit. Deshalb habe ich zum Überziehen dieses alte Schätzchen ausgegraben:

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Das Jäckchen stammt aus einer früheren Lila-Phase. Der Ausschnitt passt von der Form her nicht so optimal zum Kleid, aber wegen der Farbe wollen wir es mal durchgehen lassen. Es muss einfach gewürdigt werden, dass es quasi als einziges Teil die Zeit überstanden hat, in der ich kein Lila mehr sehen konnte, nachdem ich eine Weile nur noch auf Beerentöne stand.

Und wenn wir schon beim Kombinieren sind, will ich euch das Foto mit dem Tuch zeigen. Das werde ich so vermutlich nie tragen; wenn es schon so kalt ist, dass man etwas um den Hals wickeln muss, dann brauche ich jedenfalls Ärmel, denn an den Armen friere ich extrem schnell. Aber ich finde, es sieht ziemlich gut aus zusammen:

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Gern hätte ich das Kleid auch noch mit einer Kette kombiniert, die ich selbst zusammengebaut habe. Die Filzperlen hat eine Freundin für mich gemacht, die weiße Perle ist eine Styroporkugel, auf die ich mit Filzstift Pünktchen gemalt habe. Leider passt sie vom Farbton überhaupt nicht mit der Nuance des Kleids zusammen, daher seht ihr sie hier kombiniert mit meinem gammeligen grauen Lieblings-T-Shirt

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Und auch noch mal solo:

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Schade, dass lange Ketten immer so lästig überall reinbaumeln, sonst würde ich viel öfter welche tragen. Wie geht euch das? Aber so kommt sie wenigstens mal raus und gleich noch mit zu Selmins „12 colours“-Link-Party

Was habt ihr in diesem Monat versucht?

 

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Autor: Ulla

Immer auf der Suche nach kreativen Ideen

8 Kommentare zu „Lila, der letzte Versuch“

  1. Liebe Ulla – oder sollte ich dich besser „Hot Summer Freebie“-Schwester nennen 😉
    sehr schön ist dein lila Kleid geworden. Und die Änderungen kommen ziemlich gut, muss ich sagen. Die Schneidernmeistern-Schnitte lassen einem aber auch wirklich viel Freiraum für persönliche Experimente. Ich muss mich das auch mal trauen. Meistens bleibe ich ziemlich nah am Schnitt.
    Viele Grüße aus HH
    Wiebke

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    1. Liebe Wiebke, ich kann dich da nur ermuntern. Du musst ja nicht gerade mit deinem teuersten Stoff anfangen beim Experimentieren – wie man an meinem Blog sieht, haut nicht immer alles hin. Aber ich bin halt, was Gretchen Rubin einen „Questioner“ nennt – ich kann mich super an Regeln halten, wenn ich ihren Sinn einsehe (z.B. Parkverbote). Sobald jedoch etwas Raum zum Abweichen ist – ob beim Nähen, Kochen oder sonstigen kreativen Sachen – dann suche ich nach Alternativen und Variationsmöglichkeiten.

      Was planst du denn als nächstes? Ich bin noch so unentschlossen – muss an diesem Wochenende aber auch erst mal meine Tochter verheiraten. Aber dann brauche ich wieder ein Projekt ;o)

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      1. Ich werde mir deine Worte zu Herzen nehmen, Ulla, und auch mal was wagen beim Nähen. Im September/Oktober werde ich bei der Aktion The Refashioners 2017 mitmachen, bei der es darum geht, einen Herrenanzug zu etwas Neuem zu verarbeiten. Vorher kriegt aber erst mal mein Mann ein neues Hemd 🙂
        Liebe Grüße und viel Spaß bei der Hochzeit deiner Tochter!
        Wiebke

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  2. Die Refashioners-Aktion habe ich auch ins Auge gefasst, einen hellen Leinenanzug habe ich schon aus der Kleiderkammer unseres Sozialen Bürgerzentrums mitgenommen. Konkrete Ideen fehlen aber noch. Und ein Hemd für meinen Mann werde ich gar nicht erst anfangen – der ist so pingelig, das kriege ich nie gut genug hin! Da nähe ich mir lieber selber was :O)

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