Gehirnwäsche

Heute müssen wir ganz tapfer sein. Der Me-Made-Mittwoch fragt nämlich nach unseren größten Reinfällen beim Schneidern. Und da kann ja einiges passieren. Zum Beispiel wenn ein Teil einfach nicht sitzt, wie hier beschrieben. Oder (ist mir zum Glück noch nicht passiert) man hat das Kleid so gut wie fertig und fabriziert mit dem Overlocker oder beim Knopfloch-Aufschneiden einen nicht mehr zu heilenden Riss. Das ist bitter.

Es gibt aber auch andere Fälle, und an so einen wurde ich erinnert, als ich den Beitrag von Susi las. Sie hat sich ein richtig schönes, gemütliches Ringelkleid genäht, und das habe ich vor etwa anderthalb Jahren auch getan. Meins war allerdings pink-weiß gestreift, hier eine Nahaufnahme:

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Wie man sieht, stammt es noch aus der Zeit, bevor ich meinen Overlocker hatte. Ich war so begeistert, als ich auch noch den farblich perfekt passenden Knopf in meiner Sammlung fand. Kurz darauf durfte es mit in den Urlaub, so dass mein einziges Tragefoto aus Malaga stammt (boah, da wäre ich jetzt gern…)

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Und jetzt kommt mein Ehemann ins Spiel. Ich möchte keinesfalls, dass ihr schlecht von ihm denkt, aber er kann seine Meinung sehr deutlich artikulieren. Und die ist nicht unbedingt ein Verfechter geringelter Jerseykleider im Allgemeinen und der Farbe Pink im Besonderen. „Du kannst das natürlich anziehen“, meint er dann zum Beispiel. „Aber möchtest du das wirklich?“

Ich trug also standhaft mein Kleid quer durch Andalusien, aber die Saat des Zweifels war gesät. Zumal meine Familie zuhause auch auf dieser Welle surfte und ich Bemerkungen hörte wie „Was, willst du schon ins Bett gehen?“ oder „Soll ich dir deine Pantoffeln bringen?“ Man muss schon eine gehörige Portion Sturheit besitzen, um das auf Dauer zu ignorieren.

Schließlich stellte ich fest, dass ich infolge dieser stetigen Infiltrierung das Kleid nicht mehr so gern anziehen mochte. Inzwischen hatte ich mir auch noch andere genäht, die eine größere Akzeptanz fanden. Deshalb beschloss ich eines Tages „Der Klügere gibt nach“ und versetzte das Kleid aus dem Schrankbereich für die Sommersachen in die Schublade für Nachthemden. Und von da aus kommt es jetzt regelmäßig zum Einsatz. Ein Tragefoto gibt es allerdings nicht. Dafür habt ihr sicher Verständnis.

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Nennt mich ein Weichei, ich kann damit leben.

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Autor: Ulla

Immer auf der Suche nach kreativen Ideen

4 Kommentare zu „Gehirnwäsche“

  1. Ich mußte doch sehr schmunzeln, denn auch ich besitze einige sehr schöne Nachthemden. Auch die muß es geben und manchmal denke ich, so einen schönen und auch teuren Stoff hätte ich sonst nicht für ein Nachthemd verwendet. Wir werden weiter nähen.
    Liebe Grüße Epilele

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  2. Solche „Infiltrierungen“ kenne ich auch 😀 haha
    Als ich mit dem Nähen angefangen habe war das aber auch berechtigt, da hab ich wirklich schreckliche Muster versucht, die mir auf dem Stoffballen noch gefallen haben, aber als Kleidungsstück an mir furchtbar aussahen.
    Ich habe mir übrigens aus dem gleichen Stoff wie du auch ein ganz schreckliches Schlauchkleid genäht, welches ich nie getragen habe, weil es sehr unvorteilhaft aussah. Es liegt am Stoff 😉

    LG, Jenny

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