Hitzefolgen

Ich habe mir fest vorgenommen, nicht über die Hitze zu klagen. Wir haben hier im Sauerland einen so tollen Sommer wie schon lange nicht mehr. Deshalb bezieht sich der Titel auch ausschließlich auf die Tatsache, dass ich kaum noch nähe. Es ist gerade abends so schön draußen bei uns auf der Terrasse, dass ich mich nicht überwinden kann, mich in mein Nähzimmer zu begeben, und auch wenn ich inzwischen alles, was irgendwie möglich ist, draußen mache: Nähmaschine, Overlocker, Bügelbrett und sämtliches Zubehör nach unten zu schleppen und draußen aufzubauen ist mir einfach zu lästig. Denn auch das ist eine Folge des Sommers: bei der Wärme bewege ich mich weniger.

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Dabei entsteht natürlich ein Dilemma, denn gerade wegen mangelnder Bewegung habe ich ein bisschen zugelegt und musste einige meiner Sommersachen entsorgen. Deshalb fehlte mir ein neutraler Rock. Den habe ich nun doch genäht, schließlich gibt es ja auch mal ein Gewitter oder sonst einen Grund, im Haus zu bleiben. Aber offensichtlich hat mir die Hitze auch in dieser Hinsicht zugesetzt, denn obwohl der Schnitt so klassisch einfach ist wie nur irgendwie vorstellbar, habe ich es geschafft, das Bündchen zu verhunzen. Natürlich hätte ich es abnehmen und neu ansetzen können, aber mein wärmebedingtes Phlegma hat mich stattdessen dazu bewogen, das Ganze einfach mit einem Zierband zu kaschieren.

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Ähnlich bequem habe ich es mir mit den Taschen gemacht. Ursprünglich hatte ich vorgehabt, vorne zwei Taschen aufzusetzen, aber schon als ich die auf das Vorderteil steckte, gefiel mir das nicht mehr. Also wurde stattdessen ein Stück Wildleder recycelt, so dass daraus zwei Potaschen entstanden. Der Farbkontrast ist „in echt“ nicht ganz so stark wie auf dem Foto, aber ich finde, so ist aus einem zum Gähnen langweiligen Standardrock doch noch etwas Individuelleres geworden.

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Hier sieht man nicht nur die leichte A-Form des Rocks und die hinteren Taschen, sondern auch das Oberteil, das schon seit mehreren Wochen in meinem Schrank hängt. Mir war irgendwann klar geworden, dass ich ein neutrales Oberteil brauche für die seltenen, aber doch wichtigen Gelegenheiten, zu denen ich ein Kostüm oder einen Hosenanzug trage. Also habe ich mir mit meinem schon zig-mal verwendeten Basisschnitt mit den heruntergezogenen Schultern ein Leinentop genäht – prompt wurde es daraufhin so warm, dass es noch gar nicht zum Einsatz gekommen ist.

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Auch hier kam ein Zierband aus cremefarbenem Rips zum Einsatz, das ich in einem unregelmäßigen Karo auf das Vorderteil gesteppt habe. Der Stoff selbst ist ein recht dünnes Leinen, das ich irgendwann mal bei Karstadt als Rest mitgenommen hatte. Ich bin gespannt, wie es sich nach mehreren Wäschen entwickelt, denn Leinen wird ja meistens beim Gebrauch schöner und angenehmer – im Augenblick ist es noch etwas steif.

Der Stoff des Rocks ist übrigens eine Baumwoll-Poly-Mischung aus dem Tedox, daher recht stabil und knitterarm. Mehr ist zu diesen Projekten aber auch wirklich nicht zu sagen. Was gut ist, denn dann kann ich schnell wieder zurück auf die Terrasse …

… natürlich aber nicht, ohne meinen Post bei Sew La La und Du für Dich am Donnerstag zu verlinken.

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Autor: Ulla

Immer auf der Suche nach kreativen Ideen

3 Kommentare zu „Hitzefolgen“

  1. Hallo Ulla, tolle Idee mit dem Ripsband😊
    Ich finde dein Outfit einfach „klasse“ und mit den diversen Verschönerungen, machst du die Kleidungsstücke zu echten Hinguckern. Der Style gefällt mir! Verrätst du mir die Schnittmuster für Bluse und Rock? 😉
    Vielen Dank und ein schönes WE

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    1. Hallo Bettina, den Schnitt für das Oberteil habe ich nach dem Motto „Versuch und Irrtum“ selbst gebastelt und schon mehrfach genäht. Ich habe aber den Eindruck, dass er „Frau Aiko“ recht nahe kommt: https://de.dawanda.com/product/78739043-frau-aiko-kurze-bluse-mit-34-arm-ebook

      Der Schnitt für den Rock müsste vermutlich bald in Rente gehen, so alt ist der schon. Es gab früher (so alt bin ich schon) diverse Modezeitschriften, die immer einen kostenlosen Schnitt enthielten (Verena, PraMo), und daher stammt der ursprüngliche Schnitt, den ich dann der Haltbarkeit wegen auf festeres Papier übertragen habe.

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  2. Pingback: 50 Shades of …

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