50 Shades of …

Ja, ich liebe Grau. Von Anthrazit bis zu ganz hellen Schattierungen. Grau kann elegant aussehen oder lässig, es passt zu knalligen Farben und zu Jeans, es sieht in Flanell ebenso gut aus wie als Kaschmirpulli … Ihr merkt, ich könnte geradezu in lyrische Gesänge ausbrechen.

Aber letzte Woche bin ich doch ins Nachdenken gekommen. Wenn man nämlich ein Reststück grauen mit Sternen bedruckten Sweatstoff ergattert, sich unbedingt am selben Abend noch ans Zuschneiden gibt, aus den Tiefen der Restekiste ein Stück schwarzen Sweat für die Rückenpasse ausgräbt, in Windeseile ein Oberteil nach dem schon zum Überdruss hier vorgestellten selbstgebastelten Schnitt mit den überschnittenen Schultern zusammenzimmert … nur um sich dann daran zu erinnern, dass man bereits ein ganz ähnliches Teil im Schrank hat, dann ist das wohl ein klassischer Fall von selektiver Wahrnehmung.

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Das ist also der vorhandene Pulli, aus der Vor-Blog-Phase und aus der Zeit, als ich noch keinen Overlocker hatte. Den Stoff habe ich über Amazon bestellt, das weiß ich noch, und das Lederstück am Auschnitt musste sein, weil ich versehentlich das Bündchen so angesetzt hatte, dass die Naht vorne war und verdeckt werden musste. Das ist ein Klassiker, den ich gern anziehe.

Warum habe ich keine Sekunde an ihn gedacht, als ich den hier nähen wollte?

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Genauer gesagt gibt es von dem Pulli kein Foto, denn quasi in dem Moment, als er fertig vor mir lag, wusste ich: „Sowas hast du schon. Zwar nicht mit Sternen, sondern mit Würfeln. Trotzdem – wie viele graue Sweatshirts mit schwarzen Motiven braucht der Mensch?“ Aber so ungefähr hat er auch ausgesehen, bevor ich das Vorderteil aufgeschnitten habe.

Denn Kreativität heißt ja, Lösungen zu finden, und deshalb ist nun aus dem Pullover eine Jacke geworden. Und zwar so:

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Zuerst habe ich die Kanten, die beim Aufschneiden des Vorderteils entstanden sind, mit einem Rest Jeansstoff eingefasst. Und weil ich immer noch genug von meinem grau karierten Band hatte, kam das dann auch noch drauf. (Beides stammt übrigens aus der Produktion von zwei Sommerröcken, hier und hier zu betrachten – klar, dass einer davon grau ist …)

Das Foto wird der Kombination nicht ganz gerecht, in Wirklichkeit passen die Grautöne wesentlich besser zusammen, wie man vielleicht hier erkennen kann.

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Noch ein paar KamSnaps aus dem Fundus eingesetzt, und ich habe ein weiteres brauchbares Kleidungsstück im Schrank und kann wieder zufrieden lachen. Ich weiß, planvolles Nähen ist was anderes. Macht aber nix. Ich lass mich trotzdem damit bei Du für dich am Donnerstag und bei Sew La La sehen und mach da die Graugans.

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Autor: Ulla

Immer auf der Suche nach kreativen Ideen

2 Kommentare zu „50 Shades of …“

  1. Haha, da hast du aber gut die Kurve gekriegt! Und so eine Jacke ist doch gleich auch viel besser kombinierbar als ein Pulli. Ich kaufe selten Stoffe mit Muster, aber mir passiert es, dass ich immer wieder zu den gleichen Farben greife bei Spontankäufen… die ich dann in doppelt bis 5facher Ausführung (Sweat, Jersey, Hosen- , Blusen- und Jackenstoff) ins Lager lege. Auch nicht besser.

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    1. Ja, vermutlich sind wir alle irgendwie in eine Richtung gepolt. Ich drifte nicht nur im Stoffgeschäft ständig zu den gleichen Farben, ich merke sogar, dass ich z.B. bei den Linkpartys diese Seiten als erstes öffne ;o)

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