Patchwork

Seit einiger Zeit wenden sich ja viele Hobbyschneiderinnen eher Instagram zu, weil man da mehr Bilder und weniger Text in kürzerer Zeit unterbringen kann (zumindest denke ich, dass das der Grund ist). Und weil man da stichwortartig suchen und ziemlich fix eine Menge Ergebnisse bekommen kann. Auf diese Weise habe ich unter anderem Claire entdeckt, die als @bobbyclover dort vertreten ist. Sie kann froh sein, dass sie a) in England wohnt, b) sehr zierlich ist und c) ein völlig anderer Typ als ich, sonst wäre die Gefahr groß, dass ich eines Tages ihren gesamten Kleiderschrank ausraube (nein, keine Sorge, so viel kriminelle Energie habe ich nicht. Aber seht euch ihre Fotos an und ihr wisst, was ich meine.)

Claire hat offensichtlich gute Beziehungen zu Merchant&Mills, denn viele ihrer Materialien stammen von dort. Und weil die nicht immer günstig sind, hat sie offensichtlich auch die Reststücke gehortet (ach, tun wir das nicht alle?) und daraus dieses Top genäht. Und jetzt komme ich endlich zum Thema. Denn ich dachte: Wenn das so gut aussieht, brauche ich auch so eins.

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Ich muss sagen, es ging erstaunlich schnell. Ich hatte sowieso vor kurzem meine Reste gesichtet und ein bisschen sortiert, so dass ich alle Reste aus Leinen bzw. Leinen-Baumwoll-Mischungen schon beieinander liegen hatte. Die habe ich dann erst mal einfach zu Rechtecken geschnitten.

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Dann habe ich die ersten Stücke mit dem Overlocker so zusammengefügt, wie sie von der Länge her am besten passten. So entstanden Streifen, die ich dann auch wieder aneinandergefügt habe, bis ich zwei ausreichend große Rechtecke hatte, um meinen Schnitt aufzulegen (natürlich wieder den mit den überschnittenen Schultern, nach dem ich mindestens die Hälfte meiner Oberteile genäht habe).

An der Stelle wurde es dann etwas kritisch. Ich hatte diesen Schnitt nämlich vor einiger Zeit mal gedoppelt auf anderes Papier übertragen, so dass ich nicht nur das halbe Teil im Stoffbruch hatte, sondern das komplette Stück, damit ich es für einen Musterstoff optimal auflegen konnte. Dieses Teil habe ich auch hier verwendet, um Vorder- und Rückenteil zuzuschneiden. Als ich es vom Stoff wieder abnahm und umdrehte, sah ich die Notiz, die ich mir an die Seitennaht geschrieben hatte: um 1 cm erweitern!

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Da wurde ich schon etwas blass, denn gerade so ein Stück sollte möglichst nicht so eng sitzen, finde ich, schon allein weil sich sonst die einzelnen Stoffe ganz unterschiedlich ziehen könnten. Also habe ich mal eine Nacht darüber geschlafen und dann beschlossen, die Seitennaht durch ein schwarz-braunes Stoßband aus meinen unerschöpflichen Vorräten zu erweitern – das sieht man hier ganz gut. Dafür musste ich aber die angeschnittenen Ärmel wegnehmen, damit das Band unter der Achsel endet.

Das hat auch gepasst. Außerdem ist so eine Art Schlitz entstanden, mit dem ich das Rückenteil etwas länger lassen konnte. Für den Halsausschnitt habe ich selbst einen Beleg gebastelt, die Armausschnitte wurden mit Schrägband eingefasst, alles doppelt abgesteppt – und da ist das gute Stück nun. Ich muss gestehen, ich hatte ziemliche Sorgen, dass die vielen Nähte beim Tragen kratzig sein können (und so ein Top möchte man ja möglichst ohne Hemdchen drunter anziehen), aber das ist nicht der Fall.

So sieht es von hinten aus:

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Im Nachhinein gefällt mir die Rückseite fast noch besser – was meint ihr?

Das gute Stück und hoffentlich viele andere gelungene Sachen kann man nämlich heute wieder bei Du für Dich Am Donnerstag und Sewlala begutachten.

Autor: Ulla

Immer auf der Suche nach kreativen Ideen

4 Kommentare zu „Patchwork“

  1. Bei den dunklen Farben könnte man das Kleidungsstück auch für den Winter einordnen. Ich finde die Kombination ganz schön, vorn interessanter als hinten. Mit dunkelgrauen langen Ärmeln würde es mir noch besser gefallen ehrlich gesagt. Farbflächen zu kombinieren ist gar nicht so simpel wie man zuerst denkt, denn die dunklen Farben haben mehr Gewicht als die hellen. Regina

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  2. Pingback: Ulla macht blau

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