In der Vorrunde ausgeschieden

Ich weiß, ich weiß, es ist ein bisschen spät, jetzt noch über den mangelnden Erfolg der deutschen Nationalmannschaft zu sprechen. Aber es wirkt ja noch nach, zumindest wenn man normalerweise zur WM-Zeit mit magnetischen Deutschland-Flaggen auf dem Auto rumfährt (ja, ich stehe dazu!). Aber dieses Mal waren wir in Urlaub. Den einzigen Sieg der Mannschaft haben wir auf der Schattenveranda eines französischen Cafés verfolgt, zusammen mit anderen Touristen und reichlich versorgt mit kühlen Getränken. Dass wir das letzte Spiel wegen der Hitze dann in einem düsteren Gewölbe bei lauwarmem Milchkaffee anschauen mussten, war vielleicht schon ein übles Vorzeichen … Aber dies ist ja ein Handarbeitsblog und nicht der „Kicker“, deshalb zurück zum eigentlichen Thema, das aber eine gewisse Parallele aufweist. Denn auch mein heutiges Stück ist frühzeitig ausgeschieden – oder vielleicht sage ich besser, aus dem Kader gestrichen:

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Eine ganze Weile habe ich an diesem Pulli genadelt, immerhin konnte ich einige Vorräte an Baumwollgarn dabei aufbrauchen. Das Muster war eine Vorlage aus meiner Pinterest-Sammlung, von dem ich schon lange geträumt habe, und vielleicht gebe ich ihm mit einer anderen Wolle noch mal eine Chance. Auch die Farbkombi habe ich von einem Pinterest-Foto übernommen:Agnes Pullover

Der alte Goethe hat mal gedichtet: „eines schickt sich nicht für alle“, und wenn er dabei wohl auch nicht an modische Vorlagen gedacht hat (obwohl er, glaube ich, schon modebewusst und nicht ganz uneitel war), könnte das auch hier zutreffen. Die Farben funktionieren in grober Tweedwolle, glatt rechts gestrickt, eben anders als mit Baumwollgarn in einem Muster. Die Erkenntnis kommt leider etwas zu spät.

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Es könnte auch an der Form liegen. An anderen gefallen mir weite Pullis mit entsprechend verkürzten Ärmeln supergut. Aber ich fühle mich in diesem Ding einfach nicht wohl und ziehe es nach kürzester Zeit wieder aus, auch wenn ich mir mehrfach bereits vorgenommen habe, ihm noch eine Chance zu geben. Diese Chance bekommt er jetzt in der Kleiderkammer vom Bürgerzentrum, wo vielleicht gerade ein Pullover-Scout auf Talentsuche ist.

Hier seht ihr noch mal das Muster im Detail:

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Es gefällt mir nach wie vor. In jeder der Farben. Aber nicht an mir.

Man kann nicht immer gewinnen, woll?

Und weil man zu seinen Niederlagen wie zu seinen Siegen stehen muss, wird dieser Post am Donnerstag auch bei Sew La La verlinkt.

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Das Gleiche in Grün

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Eine gern zitierte Redensart sagt: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich ein Fenster. Das scheint auch auf die Tatsache zuzutreffen, dass RUMS nach vielen schönen Link-Partys zu Ende gegangen ist – denn jetzt gibt es Sew La La, ein neues Angebot, das uns ebenfalls jeden Donnerstag die Möglichkeit gibt, für uns selbst genähte oder gehandarbeitete Sachen zu zeigen. Da werde ich bestimmt regelmäßig auftauchen, denn auch wenn ich nichts verkaufe oder durch Affiliate Links verdiene, freue ich mich immer, wenn ich mich in die große Anzahl kreativer Köpfe bei solchen Portalen einreihen kann.

Der Titel meines Posts bezieht sich aber nicht auf diese neue Seite, sondern auf meine Sommershirts, von denen ich letzte Woche schon zwei vorgeführt habe. Jetzt kommen also zwei in oder mit Grün. Zu dieser Farbe hatte ich schon immer ein gespaltenes Verhältnis, manche Grüntöne mag ich sehr, vor allem das leuchtende „Kelly Green“ (eine deutsche Übersetzung habe ich nicht gefunden). Andere Töne wie Türkis oder Moosgrün mag ich gar nicht – lieber habe ich Schattierungen, die sich gut mit Dunkelblau vertragen.

Deshalb habe ich mir dieses Shirt genäht:

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Woher ich den Schnitt habe, lässt sich leider nicht mehr feststellen, aber er ist sehr schlicht, ohne Abnäher und mit leicht überschnittenen Schultern. Den Halsausschnitt habe ich mit einem selbst gebastelten Beleg versäubert, und weil ich immer Probleme habe, bei solchen Shirts Vorder- und Rückseite auseinanderzuhalten (vor allem morgens beim Anziehen, wenn ich noch so verpeilt bin), habe ich unten ein kleines Stück Schmuckband aufgesetzt.

Längere Zeit habe ich mit mir gerungen, ob ich euch erzählen soll, woher der Stoff kommt. Aber bei mir findet ihr nie die Schnitte des Monats, ich nehme nicht an Probenäh-Aktionen teil und veröffentliche keine Tutorials – was ihr stattdessen bei mir lesen könnt, sind immer mal wieder Ideen außerhalb der üblichen Pfade. Und deshalb jetzt die Beichte: dieser Baumwoll-Chambray war ursprünglich ein Spannbetttuch, das Lidl vor zwei Wochen oder so im Angebot hatte. Ich habe mich spontan in Farbe und Qualität verguckt, und deshalb musste es mit. Zuhause wurden erst mal der Rand mit dem Gumminband abgeschnitten und die vier Ecknähte aufgetrennt, dann ging das Material in die Waschmaschine – und dann wurde dieses Oberteil daraus. Ich habe noch genug Stoff für ein Paar Shorts, aber ich bin mir nicht sicher, ob die nicht zu schlabberig würden.

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Das ist aber noch nicht das Ende der (grünen) Fahnenstange. Aus ein paar Reststücken ist außerdem dieses Shirt entstanden. Ich war ja von Anfang an skeptisch, ob die beiden Jerseystoffe zusammenpassen, aber meine sture Sauerlandseele wollte es unbedingt ausprobieren. Also im Raglan zugeschnitten, mit dem Overlocker zusammengezimmert und … „oh, da fehlt irgendwie was. Eventuell eine Farbe.“

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Deshalb habe ich zunächst das Pünktchenband über die Raglannähte gesetzt. Das sah auch gut aus, aber irgendwie war das Grün etwas einsam. Ich war davon überzeugt: irgendwo in meinen Beständen gibt es noch die Reste eines grünen T-Shirts, aus dem ich ein Halsbündchen machen könnte. Dafür könnte ich gut einen speziell auf das Entdecken von bestimmten Stoffresten trainierten Suchhund gebrauchen. Hab ich aber nicht.

Also hab ich selbst gesucht. Sehr intensiv. Leider ohne Erfolg. (Bestimmt finde ich besagtes T-Shirt demnächst, wenn ich etwas ganz anderes suche.) Stattdessen stellte ich fest, dass ich einen Rest Baumwollschrägband in der richtigen Farbe hatte, und da kam dann meine geheimste Geheimtechnik zum Einsatz, die bisher nur ich und die russischen Facebook-Hacker kannten. Aber euch verrate ich sie natürlich: man schneidet das Schrägband auf die Hälfte der Breite und näht es im Zickzackstich auf die zu verzierende Kante. Wie oben. Das sieht natürlich extrem doof und dilettantisch aus – bis man das Shirt in die Waschmaschine steckt. Die Wäsche löst einerseits die Appretur des Schrägbands auf, und weil es ja nicht versäubert ist, beginnt es andererseits auszufransen. Nach etwa drei Wäschen sieht das dann so aus:

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Das Beweisstück ist ein gekauftes Sweatshirt, dessen ursprünglicher Halsausschnitt mir zu eng war. Also weg mit dem Rippenbündchen, einfach die Kante umgekippt und im Zickzack abgenäht – nur leider sah das nicht gut aus, so dass ich mit dem Schrägband meine hässlichen Stiche versteckt habe. Wer nicht riskiert, der nicht verliert! In diesem Fall bin ich aber ganz zufrieden mit dem Ausgang.

Auch das Stoffmix-Shirt hat eine kleine Verzierung bekommen, einfach weil ich die Lust dazu und das Material dafür hatte und damit endlich nicht nur mein Auto mit Katzenpfoten dekoriert ist.

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So, das war meine Grüne Woche. Und was gibt’s bei euch so?

Her mit den luftigen Sommertops

Als ich im letzten Herbst meine Sommer-Shirts weggepackt habe, muss ich wohl ziemlich konsequent ausgemistet haben, denn als ich sie neulich wieder hervorgeholt habe, war der Bestand recht mager. Aber kein Grund zur Sorge: leichte Shirts sind ja deutlich schneller hergestellt als dicke Pullover oder eine Hose (die sich bei mir immer noch im Planungsstadium befindet).

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Deshalb zeige ich heute und vielleicht auch in weiteren Beiträgen das, was jetzt bei dem schönen wetter unbedingt noch dem Kleiderschrank hinzugefügt werden musste. Beispiel 1: das Shirt „Stars & Stripes“. Okay, es sind nicht direkt Sterne, aber sie glitzern.

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Der Schnitt, von einem Kaufshirt abgenommen, ist nicht viel mehr als ein Rechteck mit Halsausschnitt. Ich mag den lockeren Fall lieber als T-Shirts, die körpernah anliegen, und finde überdies, dass mir die oft so halsnahen Ausschnitte klassischer T-Shirts nicht stehen. Insofern kam das gerade recht. Aber irgendwas wollte ich da noch drauf haben, und da fiel mir tatsächlich ein Paillettenstoff aus meinen Vorräten in die Hände. Ursprünglich war das als weihnachtliches Tischset gedacht (nach den Feiertagen für einen Euro oder so in der Grabbelkiste entdeckt). Mit etwas Zittern und Zagen habe ich ihn zugeschnitten und unter die Nähmaschine gelegt – aber das Nähen verlief völlig problemlos. Nur Fegen muss man hinterher sehr gründlich.

Mein zweites Shirt ist gewissermaßen das Gegenteil, denn da war schon einiges drauf.

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Der Bund Freier evangelischer Gemeinden, zu dem meine Ortsgemeinde gehört, veranstaltet alle drei Jahre ein großes Jugendtreffen in Erfurt, und da war ich als Mitarbeiterin mal wieder über Pfingsten dabei. „Das bin ICH“ hieß das Motto, und das war auch auf den T-Shirts zu lesen, die alle Mitarbeiter zur besseren Erkennbarkeit tragen sollten. Blöderweise hatte es ein Problem mit dem Hersteller gegeben, der statt einer Damengröße M eine Herrengröße M geliefert hatte – und die wäre problemlos auch als L durchgegangen. Deshalb habe ich mich nach Pfingsten an die Nähmaschine gesetzt und das Shirt ein wenig angepasst: Ärmel gekürzt und Seitennähte enger genäht, das Bündchen vom Halsausschnitt abgetrennt, mit der Overlock versäubert und nach innen gekippt.

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Da auf der Schulter noch der Name unseres Teams aufgedruckt war und das nicht jeder wissen muss, habe ich außerdem einen breiten Streifen Zierband auf die Schulter gesetzt (das sieht wegen meiner fotografischen Verrenkungen etwas ungebügelt aus, ist es aber nicht).

Jetzt bin ich wieder etwas besser für warme Sommertage ausgestattet und schaue mit meinen Shirts mal beim Me-Made-Mittwoch vorbei.

Kleine Änderungen

Heute zeige ich euch wieder, was ich mit zwei fertig gekauften Kleidungsstücken gemacht habe. Da wäre zunächst ein grau-weiß-gestreiftes Longsleeve, das eine Pailletten-Applikation mitbrachte, als ich es kaufte. Ich nahm an, dass ich diesen Aufnäher leicht entfernen könnte – aber weit gefehlt! Die Verzierung war nämlich durch den Jersey hindurch gearbeitet worden, und so saß ich nicht nur einen ganzen Spielfilm lang und konnte jede winzige Paillette einzeln entfernen, sondern hatte natürlich hinterher auch Spuren auf dem Shirt bis hin zu kleinen Löchern. Was macht dann die beharrliche Schneiderin? Sie setzt neue Patches drauf!

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Das war nicht so geplant, ich wollte viel lieber ein völlig neutrales Shirt haben, aber inzwischen finde ich es ganz schön.

Und weil es heute früh noch ziemlich frisch im Büro war (die Heizung betreibt nur noch das Warmwasser), kam die graue Jacke drüber.

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Die war in einem früheren Leben mal ein Rollkragenpullover. Der Rollkragen musste zuerst weichen, weil er sehr eng am Hals anlag, und das kann ich zunehmend weniger aushalten. Also abgeschnitten, den Rest versäubert und nach innen geschlagen. So einen fast pillingfreien Kaschmirpullover rangiert man ja nicht einfach so aus, oder? Allerdings war er schon ziemlich kurz, und das nervte mich ebenfalls. So beschloss ich eines Tages, ihn aufzuschneiden und zu einer Strickjacke umzubauen. Die Kanten wurden mit einem breiten Satinband aus dem Fundus verdeckt. Verschlüsse gibt es nicht – an Knopflöcher habe ich mich nicht getraut, und Snaps fand ich einfach nicht passend.

Schließlich entschied ich noch, dass der Übergang von glänzendem Satinband zu mattem Srick zu krass wäre, und griff zu meinen Perlenbeständen, um sie an der Kante entlang aufzusticken. Das hat auch mindestens eine Filmlänge gedauert und sieht aus der Nähe so aus:

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So habe ich wieder zwei tragbare Stücke und genug Inhalt für diesen Blogbeitrag. Mit meiner geplanten Hose bin ich nämlich noch immer nicht weiter gekommen, und vor dem langen Wochenende wird das auch nichts. Bis dahin sehen wir uns aber zum letzten Mal bei RUMS, oder?

Oldie but Goodie

Eigentlich möchte ich mir endlich eine Hose nähen. Der Schnitt ist da, der Stoff ist da, nur der letzte Antrieb fehlt noch. Bei Pferden nennt man es, glaube ich, „Versammeln“: Pferd und Reiter verharren für einen Moment und konzentrieren sich, bevor es über den Parcours geht. So ähnlich fühle ich mich gerade, wenn ich an meine Nähpläne denke.

Deshalb zeige ich euch schon wieder etwas Gestricktes, und es ist noch nicht mal neu.

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Aber dieser Pullover hat mir schon so lange treue Dienste geleistet, dass er die Erwähnung wirklich verdient hat.

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Das Material ist die typische Sockenwolle: 75% Wolle, der Rest Kunstfaser. Man verstrickt sie offiziell mit Nadelstärke 3, das bedeutet für mich 2,5, weil ich so locker stricke, dass ich immer eine halbe Nummer nach unten anpassen muss. Deswegen hat es auch ewig gedauert, bis der Pulli fertig war, und weil er außerdem mein erster Versuch in Raglan war, habe ich ziemlich gezittert, ob er hinterher passt. Aber damit war ich von Anfang an zufrieden.

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Und die Farben! Die sind einfach ideal für meinen Kleiderschrank, der viele Jeans umfasst und eine Menge Sachen in Blau und Grau. Dieser Pullover ging immer, er ist warm, ohne zu dick zu sein, und ganz leicht. Leider fängt er inzwischen an, die typischen flusigen Knötchen zu bilden, so dass seine Tage wohl gezählt sind. Aber wenn ich ganz allein am Schreibtisch sitze, geht er noch. Ich kann mich einfach nicht von ihm trennen.

Und eine Erwähnung bei RUMS hat er auch verdient.

Keine Exbeerimente

Ich weiß, ein übles Wortspiel, und überdies eins, das ich bereits in einem Roman verwendet habe. (Wer wissen will, in welchem: bitte schön. Das ist Werbung für mich selber.) Aber diese Jacke ist ein Experiment, und ich werde sie nicht behalten, auch wenn ich ursprünglich mal ein Fan von Beerentönen war.

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Ich habe hier gleich mehrere Anregungen umgesetzt. Zum einen habe ich schon vor einiger Zeit diesen Pulli auf Pinterest gepinnt:

Pulli orange

Mir gefiel der melierte Effekt, der durch die uni-farbenen Ärmelstulpen noch deutlicher hervorgehoben wird. Noch interessanter fand ich aber ein Strickmuster von Kate Davies.

Deren Website muss ich euch einfach ans Herz legen, wenn ihr
a) gerne klassische und gleichzeitig anspruchsvolle Pullover aus Wolle strickt, (inzwischen vertreibt sie auch ein eigenes Angebot an Schurwolle)
b) ein Faible für Schottland und insbesondere schottische Textilien habt und
c) tolle Fotos mögt, denn Kates Mann Tom macht wirklich hervorragende Landschaftsaufnahmen und stellt auch die Fotos für ihre Strickvorlagen her. Nehmt euch die Zeit und scrollt euch durch ihre Seite!

In diesem Fall hat es mir ihr Carbeth-Cardigan angetan, besonders die Version in Gelb:

Carbeth Rückenansicht

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Offensichtlich hat sie einen Typ von Raglan entworfen, bei dem die Abnahmen nicht gleichmäßig auf alle Teile an der Schulter verteilt werden, sondern nur bei Rücken und Vorderteil passieren, so dass sich die Ärmel zum Schluss am Halsausschnitt treffen, wie man gut bei der Rückenansicht sehen kann. Hier kann man eine ganze Reihe von Versionen in verschiedenen Farben sehen und gleichzeitig verfolgen, wie unterschiedlich sie ausfallen, je nachdem welche Wolle verwendet wurde oder wie lang das Stück ist.

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Ich hatte mich also entschlossen, beide Anregungen zu kombinieren und erst mal ein Probestück mit vorhandenen Materialen zu stricken. Wie immer ist es Geschmackssache, aber ich finde die Kombination aus der lila Wolle und dem in sich schon bereits melierten Baumwollgarn zu unruhig. Der Mix an den Ärmeln (und am Rand des Halsbündchens) – wo ich die Wolle mit einem fuchsia-farbenen Seiden/Baumwoll-Gemisch zusammen verstrickt habe – gefällt mir viel besser, aber leider hatte ich davon nicht genug für eine komplette Jacke. Immerhin weiß ich jetzt, dass der Schnitt bei mir klappt, wenn ich zum Schluss bei jeder zweiten Runde noch jeweils Abnahmen in der Mitte der Ärmel mache, sonst wird der Halsausschnitt zu weit.

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Ich hatte sogar noch Knöpfe, die von Größe, Menge und Farbe genau zu meiner Jacke passen, ich finde sie aber zu trachten-mäßig. Nicht mein Stil. Was meint ihr? Ich hoffe, dass sich jemand im Sozialen Bürgerzentrum darüber freut, am besten eine Frau, die etwas kürzere Arme hat als ich, denn jetzt beim Anschauen der Fotos finde ich, dass ich da ruhig noch zehn Zentimeter hätte zugeben können. Aber vermutlich wusste ich da schon, dass ich das Teil nicht selbst tragen werde (obwohl ich sogar die passenden Ohrringe habe, wie man ganz oben sehen kann), und da wollte ich einfach nur fertig werden.

Momentan plane ich, mir für einen zweiten Anlauf eine smaragdgrüne Wolle zu besorgen, die meiner Meinung nach sowohl zu Blau wie auch zu Schwarz sehr gut passt. (Gelb ist leider nicht so meine Farbe, auch wenn die Vorlage von Kate immer wieder laut nach mir ruft…)  Vorher geht das gute Stück aber nochmal bei RUMS vorbei.

 

Rosa Zeiten

Man sollte meinen, ich hätte in letzter Zeit so viele Sweatshirts und Jacken mit meinem heißgeliebten Raglanschnitt produziert, dass ich für die Schnittteile schon große Plätzchenformen herstellen lassen könnte, um sie einfach nur auszustechen. Aber seltsamerweise gibt es immer noch Überraschungen.

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Hier ist nun die bereits angekündigte rosa Version, exakt so genäht wie die schwarze Jacke – aber deutlich größer. Ich kann mir das nur so erklären:

  • ich habe unbewusst alle Nahtzugaben etwas großzügiger geschnitten
  • ich habe ebenso unbewusst die Overlock-Nähte mit weniger Schnittkante genäht
  • die schwarze Jacke ist bei der Wäsche noch etwas eingegangen (viel kann es nicht sein, sonst würde sich ja der Reißverschluss wellen)

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Das mit der Wäsche wird mir nun bei diesem Teil nicht passieren, denn dieser Sweat hat einen Polyesteranteil und läuft nicht mehr ein. Als ich das merkte, habe ich statt Kragen oben eine Schaube genäht und ein Band mit den gerade bei Lidl gekauften Stoppern eingezogen. Da ich mal endlich daran gedacht habe, auch während des Nähens Fotos zu machen, hier eine Nahaufnahme:

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Weil ich keine farblich passende Kordel in meinen Vorräten fand, habe ich einfach das Pünktchenband auf die Hälfte gefaltet und mit Zickzackstich fixiert. Meine Vorstellung war, diese Bündchenschaube mit Hilfe des Bandes ein bisschen zu raffen, aber das sah so unbeschreiblich doof aus (man denke sich einen Frisierumhang der Fünfziger Jahre), dass ich es ganz schnell wieder gelassen habe. Nun ist halt der Halsausschnitt etwas weiter und das ganze Ding so geräumig, dass ich noch einen Skipullover drunter ziehen könnte. Und ganz ehrlich, nach dem wunderbaren Wetter, das wir heute tagsüber hatten, wurde es abends auf der Terrasse so frisch, dass das gar keine schlechte Sache gewesen wäre.

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Schließlich habe ich noch Kam-Snaps im genau passenden Ton eingedrückt, weil ich keine Lust hatte, viel Geld für einen teilbaren Reißverschluss auszugeben, der dann entweder weiß oder grau ist. Was mich trotz alledem für diese Jacke einnimmt, sind die drei selbstgebastelten Aufnäher. Mir purzelte nämlich zufällig beim Aufräumen ein Baumwollstoff mit diversen Tiermotiven entgegen, der farblich hervorragend mit meinem Sweat harmoniert. Also habe ich ein Stückchen abgeschnitten und auf Vlieseline gebügelt. Ganz bewusst habe ich die Tiermotive etwas ungenau ausgeschnitten, dann mit engem Zickzackstick abgekurbelt und schließlich von Hand aufgenäht – hier das Schäfchen auf der Tasche,

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die Katze unterhalb des Halsausschnitts –

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und die Kuh sitzt mir im Nacken. Damit ist das Ding vermutlich eher ein Kleidungsstück für den Kindergarten geworden, aber das ist mir egal.

Was meint ihr? Soll ich mir zum Muttertag einen Sandkasten wünschen? Diskutieren wir es bei RUMS.