Tragbar

Meine frühesten Erfahrungen mit dem Häkeln sind nicht sehr positiv besetzt. Schon in der Grundschule (die damals noch Volksschule hieß) lernten wir, wie man Topflappen herstellt, die man dann seiner Mama schenken konnte. Meine waren leider nie so quadratisch wie gewünscht, sondern hatten einen klaren Hang zum Trapez. Dann kam ich ins Gymnasium, wo uns allen Ernstes nahegelegt wurde, ein Taschentuch zu umhäkeln. Als es nach einer gefühlten Ewigkeit endlich fertig war (vermutlich hat meine handarbeitserfahrene Oma dabei auch ein wenig unterstützt), musste es erst mal gewaschen werden, um wieder seine ursprüngliche Farbe zu bekommen – und dann wurde es, gestärkt und gebügelt, natürlich der Mama geschenkt.

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Trotzdem war mir das Häkeln offensichtlich noch nicht vollständig verleidet, denn ich beschloss, endlich etwas zu produzieren, was für mich selber sein sollte: eine moosgrüne Weste. Um ihr sozusagen den letzten Pfiff zu geben, versah ich sie ringsum mit einer kirschroten Borte aus Mäusezähnchen. Ich war mächtig stolz auf mein Werk, bis eine gerade zu Besuch weilende Tante meine Begeisterung mit einer einzigen Bemerkung auf Null herunterfuhr: „Rot und Grün ist Narrentracht, wer es trägt, wird ausgelacht!“

Und das war’s. Ich war endgültig fertig mit dem Häkeln, abgesehen von den interessanten Krebsmaschen, mit denen man Halsausschnitte bei Strickpullovern optimieren kann. Bis Pinterest in mein Leben trat und damit eine Fülle von unerwarteten Inspirationen, zum Beispiel diese überdimensionale Tasche von Michael Kors. Ich frage mich zwar, wie man damit noch aufrecht gehen kann, wenn man sie mit all dem Ballast füllt, der in sie reinpassen würde – aber irgendwie gefiel sie mir, und ich fügte den Pin einer meiner Sammlungen hinzu.

Danach wurden mir natürlich immer wieder ähnliche Modelle vorgeschlagen, wie das bei Pinterest so ist: unterschiedliche Farben und Formen und längst nicht immer so übertrieben groß wie auf Michaels Laufsteg. Und als ich dann beim Sichten meiner Bestände auf eine Ladung Baumwoll-Garn stieß, dass für alles zu dick und zu steif war, was mit Kleidung zu tun hatte, startete ich das Experiment „Tasche häkeln“. Dies ist das Ergebnis:

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Fragt mich nicht nach dem genauen Muster. Ich habe einfach eine Reihe Luftmaschen gehäkelt, dann darüber feste Maschen und auch in die Gegenrichtung. Von da aus ging es immer im Kreis, wobei ich bei dem grauen Teil in jeder Reihe jeweils 2 Maschen an jeder Seite zugenommen habe – bei dem weißen habe ich nur die vorhandene Maschenzahl weitergearbeitet.

Das graue Garn waren etwa 200 g, das weiße etwa 240 g, und gehäkelt habe ich mit Nadelstärke 5. Wie man sieht, habe ich vier Reihen vor dem oberen Rand jeweils 2 Maschen mit Luftmaschen übersprungen, um Öffnungen für die Träger zu schaffen. Die bestehen aus zwei Lederstreifen, jeweils 1 m lang, in die ich Löcher gebohrt und sie dann mit Buchschrauben verbunden habe. Sowohl die Lederriemen als auch die Schrauben habe ich bei Amazon bestellt, weil ich in meinem Fundus nichts Passendes finden konnte. So ist es leider kein reines Vorrats-Abbau-Projekt geworden, aber immerhin bin ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Hier noch ein Tragefoto, um die endgültige Größe besser zu erkennen:

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Nicht so riesig wie die von Michael Kors, aber ich denke, mein üblicher Krimskrams hat darin Platz. Damit reihe ich mich erstmals bei RUMS ein und ziehe das zufriedene Fazit: Diesmal beim Häkeln nichts zu mäkeln!

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Resteverwertung

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Von manchen Sachen (egal ob selbst gemacht oder gekauft) denkt man, dass sie zu einem zentralen Kleidungsstück werden, und dann verbringen sie den größten Teil der Zeit im Schrank. Von anderen erwartet man nicht viel, und genau das Gegenteil tritt ein. So ein Teil ist dieser Pullover, den ich auf meinem Blog präsentieren möchte, bevor er auseinanderfällt nach einigen intensiven Dienstjahren.

Das Grundkonzept stammt von Maison RiLiLie und war auf Ravelry ein großer Hit, wie die vielen Verarbeitungsbeispiele zeigen. Das Modell heißt „Dessine-moi un mouton“, übersetzt also ungefähr „mal mir mal ’n Schaf“, eine Anspielung auf eine Passage in „Der kleine Prinz“.

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Für mich war es die Möglichkeit, meine Reste an Sockenwolle zu verbrauchen. Und weil ich mich ja kenne und weiß, dass ich Vorgaben nur sehr eingeschränkt befolgen kann, habe ich die Anleitung auch gar nicht erst gekauft, sondern das Muster selbst ausgetüftelt: im Prinzip kommt es nur darauf an, eine Hinreihe im Wechsel rechts/links zu stricken und die Rückreihe komplett links. Wichtig ist, das Rechts-Links-Muster bei der nächsten Hinreihe zu versetzen. Bei den Streifen werden die Hinreihen in der Zusatzfarbe gestrickt und die Rückreihe in der gewählten Grundfarbe, hier also grau. Das funktioniert natürlich nur, wenn man entweder rund strickt (dann gibt es keine Rückreihen,und die zweite Reihe ist dann nur rechts) oder eine Rundnadel zu verwenden und immer an der Seite weiterzumachen, wo gerade der gewünschte Faden ist (alles klar soweit?)

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Ich kann mich jedenfalls erinnern, dass es gelegentlich etwas unübersichtlich wurde. Deshalb habe ich auch nicht den ursprünglich vorgesehenen Raglan gestrickt, sondern gerade Stücke, die dann zum Schluss zusammengesetzt werden. Und weil man Sockenwolle nun mal mit Nadeln Größe 2,5 strickt, hat es auch eine Weile gedauert – ich war wirklich zwischenzeitlich im Zweifel, ob sich die Arbeit lohnt. Aber siehe da: der Pulli ist leicht und trotzdem warm, hat schon viele Wäschen in der Maschine überstanden und viel von der Welt gesehen, weil er zum Lieblingsstück geworden ist. Deshalb also hier die Würdigung eines Lieblingsschafes. Vielleicht wird demnächst die Herde erweitert, denn übriggebliebene Sockenwolle ist noch reichlich da. Mal sehen.

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Auf den Punkt gebracht

Heute war ich in dem neuen Laden von „Stoff & Stil“ in Dortmund. Ich bin noch völlig geflasht. Ich war allein unterwegs (zum Glück, denn so hatte ich alle Zeit der Welt) und hatte keinen konkreten Plan, was ich kaufen wollte. Vage schwebte mir eventuell ein wollweißer Sweatshirt-Stoff vor, aber ihr ahnt schon: den habe ich natürlich nicht mitgenommen. Dafür eine ganze Kollektion von Keramikperlen, neutrale weiße Knöpfe (die kann man ja immer brauchen) und zwei Karabiner, falls ich mir noch mal eine Tasche nähen will.

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Wie so oft konnte ich mich bei den Stoffen nicht entscheiden. Ich bin schon in Barcelona mit leeren Händen aus Ribes y Casals rausgegangen, und in Paris wäre mir fast dasselbe passiert, hätte ich nicht im letzten Moment (bevor ich gehen musste, um mich rechtzeitig mit meinem Mann zu treffen) noch zwei Leinen-Coupons auf dem Restetisch  entdeckt. Deshalb musste auch heute die Reste-Abteilung herhalten, damit ich textile Beute machen konnte: ein roter Walkstoff, ein Blümchen-Jersey, ein blauer Feinstrick, ein graumelierter Strickstoff und ein stahlgrauer Steppstoff. Und das Happy End: das alles hat zusammen gerade mal 50 Euro gekostet! Vielleicht hätte ich doch noch … aber ich komme sicher noch mal dort hin.

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Jetzt aber zum eigentlichen Thema, denn ich wollte mich doch noch mal zum Me Made Mittwoch wagen. Und zwar mit einem schnöden Longsleeve-Shirt aus einem Pünktchenstoff. Der Stoff ist mal wieder vom Tedox, weil das für mich nun mal die nächstliegende Quelle ist. Das Halsbündchen stammt von einer marine-weiß-gestreiften Jacke, die ich mir mal kürzer gemacht hatte. Alles ganz prima, aber nicht besonders aufregend. Wie, so fragte ich mich, ließe sich das gute Stück ein wenig personalisieren, ohne die momentan so beliebten Schriftzüge drauf zu bügeln, die ich nun mal nicht so mag?  Mit verhaltenem Optimismus durchsuchte ich meine Bestände an Patches und Bügelmotiven – aber die stammen noch aus der Zeit, als ich die brauchte, um Flecken auf Kindersachen zu verstecken. Und Motive mit Lucky Luke, Mulan oder Obelix schienen mir nicht so angebracht.

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Dann entdeckte ich einen einsamen Ellbogen/Knie-Flicken aus rotem Kunstleder, der auch rückseitig mit Bügelfolie beschichtet war. Den habe ich erst mal in kleine Quadrate geschnitten und in die dann mit meinem Bürolocher jeweils ein Loch geknipst, das fast genau so groß ist wie die Pünktchen auf meinem Shirt. Vier Stück wurden dann ohne Plan auf der Vorderseite platziert und vorsichtig aufgebügelt. So gefällt mir das. Punkt.

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Das lassen wir als gelb gelten, gell?

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Mir ist klar, dass ich mit dieser Headline meine Heimat verrate, denn bei uns sagt man „woll“ und nicht „gell“. Aber ein Post mit der Überschrift „Heute woll’n wir Wolle, woll?“ ist gerade nicht dran. Nachdem ich meinen ersten Auftritt bei einer Link-Party grandios verkackt habe (man sollte halt die Hausordnung lesen, bevor man einfach drauf los verlinkt, und reine Accessoire-Posts sind beim Me-Made-Mittwoch nun mal nicht angesagt), versuche ich mein Glück zunächst woanders. Und zwar bei den „12 colours of hand-made fashion“, die ich auch mit großem Interesse verfolge.

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Gelb ist nicht so meine Farbe. Ich bin blass und blond und brauche eigentlich kühle Töne. Diese sehr pastellige Baumwolle war dann auch der einzige gelbe Stoff, den zu verarbeiten ich mich getraut habe. Die Knöpfe passen nur so grenzwertig dazu, und es gibt dabei große Unterschiede, je nachdem ob man das bei Tageslicht sieht oder bei Kunstlicht.

Der Schnitt ist wieder mal ein Grundschnitt, bei dem ich die Vorderteile einfach etwas erweitert habe, um an den Schultern Falten legen zu können. Und wenn euch dabei die berühmte Bluse „Bellah“ einfällt, die in diesen Kreisen sowas wie ein „must have“ ist – ja, die hat mich dazu inspiriert.  Ich habe aber die Knopfleiste zugenäht, um mir die Knopflöcher zu ersparen (die mag meine W6 nicht so, da muss ich noch mal recherchieren, wo das Problem liegen könnte). Dafür gibt es zwei Brusttaschen, weil ich das sonst zu langweilig fand.

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Und hier ist sie noch mal mit einer grauen Strickjacke drüber. Weil ich so ein Frierlappen bin, ist das sowieso die übliche Kombination, wenn ich Blusen trage. Und so gefällt sie mir auch am besten, da ist genug Kontrast im Spiel. Woll?

 

Der einfachste Rucksack der Welt. Und ganz leicht ist er auch.

Dieses scharfsinnige Wortspiel in der Headline zu formulieren war beinahe schwieriger als den Rucksack zu nähen. Das Prinzip ist ganz simpel – selbst erfunden habe ich es genau so wenig wie das Rad. Irgendwo auf meinen Pinterest-Boards befindet sich die Anregung dafür – vielleicht finde ich sie noch … dies war sie nicht, aber eine gewisse Ähnlichkeit zu meinem Rucksack besteht.

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Damit möchte ich meinen noch frischen Blog erstmalig bei Me Made Mittwoch vorstellen, und das fühlt sich ein bisschen so an, als wäre man damals in der Schule die Neue in der Klasse, in der sich alle anderen kennen. Mein Pausenbrot kann ich leider nicht mit euch teilen, dafür aber ein paar Hinweise zur Herstellung. (Die ich leider nicht fotografisch dokumentiert habe, aber ich denke, das meiste erschließt sich von selbst.)

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Eigentlich ist es nur eine große Tasche ohne Verschluss. Die Materialien stammen fast alle aus dem örtlichen Tedox:

  • ein Reststück festen Stoff
  • entsprechend viel Futterstoff
  • etwa 1,80 m Gurtband
  • 4 Gardinenringe, die sich teilen und wieder zusammenklipsen lassen

Aus meinem Fundus stammen zwei kleine Lederstücke und die Gürtelschließe. Als erstes schneidet man den Stoff zu: gewünschte Größe des Rucksacks mit dem Stoffbruch an der Schmalseite. Hier ein Bild, mit dem sich etwa abschätzen lässt, wie groß mein Rucksack ist:

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Dann habe ich auf der einen Seite das Ende des Gurtbands mit einem Stück Leder abgedeckt aufgenäht. Auf der anderen Seite habe ich nur ein kurzes Stück Gurtband angenäht und die Gürtelschließe daran befestigt – damit kann man später variieren, wie lang der Träger sein soll.

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Dann werden die beiden Seitennähte geschlossen. Damit der Rucksack etwas Tiefe bekommt, habe ich anschließend die Ecken aufgefaltet und schräg darüber genäht, so als würde man ein rechtwinkliges Dreieck nähen, dessen lange Seite (die Hypothenuse, damals hab ich bei Geometrie noch aufgepasst!) etwa 4 cm lang ist. Das überstehende Dreieck kann man dann abschneiden und die Tasche auf rechts wenden, dann sieht das so aus:

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Genauso wird das Futter gemacht (nur ohne Träger natürlich). Ich habe noch eine Innentasche aufgenäht und dann die beiden Teile ineinander geschoben, jeweils eine Nahtzugabe umgeklappt, so dass das Futter etwas tiefer sitzt, und das Ganze mit einer Rundum-Naht zusammengenäht. Davor hatte ich etwas Sorge, es hat aber super geklappt. Ich hab mal in die Tasche hineinfotografiert:

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Man erkennt die Innentasche und dass ich es tatsächlich geschafft habe, das Futter ganz knappkantig abzusteppen. Jetzt kommt der spannendste Teil: die Ringe einsetzen. Dafür hätte ich im Nachhinein gern Futter und Oberstoff mit einem Streifen Bügelvlies zusammengeklebt, da war es aber schon zu spät. Es hat aber auch so funktioniert, obwohlich schon sehr nervös war, als ich die Löcher für die Ringe geschnitten habe. Sie sitzen tatsächlich symmetrisch und auf beiden Seiten übereinander, so dass ich das Gurtband durchziehen und mit der Gürtelschließe beide Teile verbinden konnte.

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Ganz klar ist das kein Wanderrucksack, und man sollte ihn nicht ständig auf- und absetzen wollen, weil natürlich das Gurtband immer rutscht und man mit dem zweiten Arm schon etwas herumhampelt, bis er sitzt. Kurzfristig kann man ihn aber auch als Schultertasche tragen, und das ist, wie ich finde, total genial. Mein Prototyp war jedenfalls schon mehrmals mit mir unterwegs. Es passt ein Schirm rein und eine DIN A 4-Mappe sowie der ganze Kleinsch**ß, den ich immer brauche. Wenn ich ihn noch mal nähen würde, sollte das Obermaterial noch etwas stabiler sein (oder man müsste ein Vlies von innen gegensetzen). Aber das ist ja das Tolle im Leben: man lernt immer noch dazu. Auch wenn man nicht mehr in die Schule geht.

Was haben wir denn da?

Auf dem Land zu leben hat viele Vorteile, ich möchte auf keinen Fall mit einer Stadtmaus tauschen. Das Einkaufsangebot ist allerdings eingeschränkt, und auch wenn es inzwischen eine Menge Online-Läden gibt, will man möglichst das Material gern vor dem Kauf „live“ erleben, es anfassen und eventuell mal testknittern. Außerdem gibt es Momente, in denen möchte ich jetzt loslegen, weil ich gerade eine Idee und etwas Zeit dafür habe, und nicht noch drei Tage warten, bis das Päckchen da ist. Und extra 20 Kilometer fahren, um zwei Meter Stoff zu kaufen, ist auch nicht unbedingt angesagt.

Vielleicht habe ich mir deshalb angewöhnt, gelegentlich auch anderswo nach verwendbaren Materialien Ausschau zu halten. Manchmal habe ich Glück in der Kleiderkammer unseres Bürgerzentrums, wo ich vor allem die großen Größen durchforste, weil daran einfach mehr Stoff ist – allerdings sind gerade die zu 90% aus Kunstfaser, was für mich ein K.O.-Kriterium ist. Zum anderen finden auch Heimtextilien den Weg in meinen Vorrat, und deshalb kann ich heute diese Tunika präsentieren:

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Spätestens seit ich das Modell von Elle gesehen hatte, wollte ich mir auch so eine lange Bluse nähen (der Schnitt kommt aber erst in ein paar Tagen raus). Und dazu kam noch diese Anregung: Es wäre auch nicht schlecht, wenn man sie offen tragen könnte. Wieder einmal kam mein unverwüstlicher Grundschnitt zum Einsatz, es fehlte nur noch das Material. Das fand sich dann in Form eines Zehnerpacks Küchenhandtücher: reine Baumwolle, ursprünglich für einen der Studenten gekauft. Von jenem aber nicht mitgenommen, weil blau-weiß gar nicht geht, wenn man den gelb-schwarzen Fußballverein favorisiert. Wie blöd ist das denn, Mama?

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Und dann doch wieder nicht, denn nachdem ich alle Seitennähte abgeschnitten hatte, blieb mir reichlich Stoff für das Projekt:

  • ein Küchentuch für die geteilte Vorderpasse
  • eins für die Rückenpasse
  • zwei für das untere Rückenteil
  • zwei für die unteren Vorderteile
  • zwei für die Ärmel
  • eines für den Kragenbeleg und die beiden Brusttaschen (die sind beim Zuschneiden nicht symmetrisch geworden, was sich auch durch das Aufsteppen des blauweißen Zierbandes nicht kaschieren lässt, aber das bleibt jetzt so!)
  • damit bleibt ein Abtrockner übrig für seinen ursprünglichen Zweck

Die vordere Passe wird mit vier Kunststoff-Druckknöpfen geschlossen. Bei Kunstlicht sind sie fast unsichtbar, bei Tageslicht kann man sie erkennen. Ich hätte lieber dunkelblaue gehabt, fand aber keinen Farbton, der zum Blau der Streifen passte.

Übrigens hat das Modell die erste Wäsche schon hinter sich, und der Knitterfaktor hält sich in Grenzen. Und ich hoffe natürlich, dass die Baumwolle mit der Zeit noch weicher wird, wie ich das von meinen Küchentüchern kenne.

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Wenn ich jetzt noch eine Handyschale mit blauen Pünktchen hätte, wäre es perfekt. Na ja, nicht ganz. Aber wie gesagt, das lass ich jetzt so.

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Die Elster in mir

Alles fing damit an, dass ich mir einen schlichten Raglanpullover stricken wollte, zum Beispiel in einem unkomplizierten Grau. Dass ich ausgerechnet bei KiK dafür Material finden würde, war eigentlich nicht geplant, und schon gar nicht welches mit eingewirkten Pailletten. Aber ich werde grundsätzlich schwach, wenn ich irgendwo Wollpakete sehe – keine Ahnung warum. Vielleicht weil ich mich dann nicht entscheiden muss, wie viele Knäule ich kaufen soll.

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Hier reden wir von jeweils 200 Gramm Baumwolle mit einer Spur Polyester. Ich kaufte also 600 Gramm (den genauen Preis weiß ich nicht mehr, aber ich bin dafür definitiv unter 20 Euro geblieben). Und begann meinen Raglanpulli zu stricken. Ich bin kein Fan des Top-Down- und Rundstrickens, also fing ich mit dem Rücken an, und wie so oft überkam mich irgendwann auf der Hälfte des Rückenteils die Panik, das Garn könnte nicht reichen. Deswegen eilte ich gleich am nächsten Tag zurück zur Quelle, um dort noch 200 Gramm zu erstehen. Interessanterweise war es mittlerweile runtergesetzt, so dass ich auch die letzten 800 Gramm eines warmen Bordeaux-Tons noch mitnahm. Natürlich ebenfalls mit roten Pailletten durchsetzt. Eilig strickte ich meinen Raglanpullover zu Ende.

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Während ich das tat, konnte ich – unbeeinträchtigt durch komplizierte Muster – schon mal planen, was ich mit dem roten Zeug machen wollte. Schließlich hatte ich gelesen, dass Bordeaux und Beerentöne mal wieder sehr aktuell wären (normalerweise geht sowas an mir vorbei und ich kriege es erst mit, wenn die reduzierten Restbestände auf den Ständern vor dem Geschäft hängen). Zopfmuster wären übrigens auch gerade in. Dermaßen ermutigt schlug ich sofort nach Fertigstellung des grauen Raglans ein neues Werk an.

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Zu viele Zöpfe fand ich ermüdend, deshalb habe ich die Zwischenräume mit einem deutlich einfacher zu strickenden Schachbrettmuster gefüllt. Aber immerhin sind die Zöpfe wirklich symmetrisch (ich habe mich nur einmal vertan, und ich glaube nicht, dass irgendjemand so lange auf meinen Pullover starrt, dass er den Fehler findet). Hier noch mal eine Nahaufnahme:

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Weil ich ja nie nach Vorlage stricke, war mir dieses Mal der Halsausschnitt etwas zu weit geraten. Deshalb habe ich erst noch einige Runden im Wechsel rechts und links gestrickt, um ihn mehr zu schließen, bevor ich nach vier rechten Runden abgekettet habe, so dass sich der Rand nach außen rollt. Mir gefällt es im Nachhinein richtig gut so.

Damit könnte ich eigentlich diesen Post beenden, aber … Noch während ich mit dem Zopfpulli zugange war, führte mich das Leben wieder einmal in den KiK. (Man muss wissen, dass das Shopping-Angebot unserer sauerländischen Kleinstadt überschaubar ist.) Und was soll ich sagen … die Restbestände der paillettendurchwirkten Baumwolle waren noch einmal im Preis gesenkt. Da konnte ich einfach nicht anders, als auch noch ein weißes und ein beigefarbenes Paket mitzunehmen. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich natürlich schon bei dem grauen Pullover die Lauflänge unterschätzt und deshalb reichlich Restknäule übrig hatte, was auch für den roten zutraf. Und so kam noch ein drittes Glitzerstück zustande, das sieht dann so aus:

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Und damit ist auch endgültig genug mit Glitzer. Außerdem hab ich nachgeschaut: das Zeug ist endgültig ausverkauft. Ach ja.