Am laufenden Bändchen

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn ich mich einmal auf etwas eingeschossen habe, dann werde ich zum Wiederholungstäter. Nicht im kriminellen Sinne, aber was meine kreativen Produkte angeht: Pak Choi entdeckt und plötzlich nur noch entsprechende Wok-Gerichte gekocht … Raglanpullover ausprobiert und gleich drei hintereinander gestrickt … und jetzt ist es halt die Bändchen-Marotte.

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In dieser Form nennt man es Galon-Streifen, habe ich gelernt, zum Beispiel an den Seitennähten einer Hose oder wie hier bei mir an einem Rock. Der Schnitt ist wieder der uralte Kostenlos-Rock-Schnitt aus den Achtziger oder Neunziger Jahren (aus der „Verena“, würde ich vermuten), den ich irgendwann auf festeres Papier kopiert habe, bevor er völlig auseinander fiel. Der Stoff ist ein Stretch-Jeans aus dem Tedox (kann ich nur empfehlen, verarbeitet und trägt sich wunderbar). Eigentlich ein Langweiler, aber man braucht ja solche Basics, und mit den Uniformstreifen macht er gleich etwas mehr her, finde ich:

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Läuft, sagt man wohl im aktuellen Sprachgebrauch. Aber bei mir läuft natürlich noch mehr, wie das zweite Beweisstück zeigt:

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Erinnert ihr euch an das „Hot Summer Freebie“ von Schneidernmeistern aus dem letzten Jahr? Das war mein erster Versuch mit einem selbst ausgedruckten pdf-Schnitt, aus dem ich mir ein lila Leinenkleid genäht hatte, für alle Interessierten hier nachzuschlagen. Leider war es an der Hüfte etwas eng, und nach der Wäsche und zwei zusätzlichen Kilos (ich bin bei den aktuellen Temperaturen in eine Art Hitzestarre gefallen und bewege mich zu wenig) wollte es nicht mehr so recht passen. Also habe ich es in rosa Leinen noch einmal genäht und präsentiere hiermit das Knittermonster live:

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Aber wir wissen ja, Leinen knittert edel, und mir ist in dem Fall auch wichtiger, wie locker und luftig es ist. Nach den Hitzewochen muss ich das wohl keinem mehr erklären, oder?

Mit dieser Ausbeute geht es jetzt zu Sew La La und zu Du für Dich am Donnerstag, wo vermutlich auch viele andere Täterinnen ihre Werke zeigen.

 

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Hitzefolgen

Ich habe mir fest vorgenommen, nicht über die Hitze zu klagen. Wir haben hier im Sauerland einen so tollen Sommer wie schon lange nicht mehr. Deshalb bezieht sich der Titel auch ausschließlich auf die Tatsache, dass ich kaum noch nähe. Es ist gerade abends so schön draußen bei uns auf der Terrasse, dass ich mich nicht überwinden kann, mich in mein Nähzimmer zu begeben, und auch wenn ich inzwischen alles, was irgendwie möglich ist, draußen mache: Nähmaschine, Overlocker, Bügelbrett und sämtliches Zubehör nach unten zu schleppen und draußen aufzubauen ist mir einfach zu lästig. Denn auch das ist eine Folge des Sommers: bei der Wärme bewege ich mich weniger.

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Dabei entsteht natürlich ein Dilemma, denn gerade wegen mangelnder Bewegung habe ich ein bisschen zugelegt und musste einige meiner Sommersachen entsorgen. Deshalb fehlte mir ein neutraler Rock. Den habe ich nun doch genäht, schließlich gibt es ja auch mal ein Gewitter oder sonst einen Grund, im Haus zu bleiben. Aber offensichtlich hat mir die Hitze auch in dieser Hinsicht zugesetzt, denn obwohl der Schnitt so klassisch einfach ist wie nur irgendwie vorstellbar, habe ich es geschafft, das Bündchen zu verhunzen. Natürlich hätte ich es abnehmen und neu ansetzen können, aber mein wärmebedingtes Phlegma hat mich stattdessen dazu bewogen, das Ganze einfach mit einem Zierband zu kaschieren.

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Ähnlich bequem habe ich es mir mit den Taschen gemacht. Ursprünglich hatte ich vorgehabt, vorne zwei Taschen aufzusetzen, aber schon als ich die auf das Vorderteil steckte, gefiel mir das nicht mehr. Also wurde stattdessen ein Stück Wildleder recycelt, so dass daraus zwei Potaschen entstanden. Der Farbkontrast ist „in echt“ nicht ganz so stark wie auf dem Foto, aber ich finde, so ist aus einem zum Gähnen langweiligen Standardrock doch noch etwas Individuelleres geworden.

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Hier sieht man nicht nur die leichte A-Form des Rocks und die hinteren Taschen, sondern auch das Oberteil, das schon seit mehreren Wochen in meinem Schrank hängt. Mir war irgendwann klar geworden, dass ich ein neutrales Oberteil brauche für die seltenen, aber doch wichtigen Gelegenheiten, zu denen ich ein Kostüm oder einen Hosenanzug trage. Also habe ich mir mit meinem schon zig-mal verwendeten Basisschnitt mit den heruntergezogenen Schultern ein Leinentop genäht – prompt wurde es daraufhin so warm, dass es noch gar nicht zum Einsatz gekommen ist.

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Auch hier kam ein Zierband aus cremefarbenem Rips zum Einsatz, das ich in einem unregelmäßigen Karo auf das Vorderteil gesteppt habe. Der Stoff selbst ist ein recht dünnes Leinen, das ich irgendwann mal bei Karstadt als Rest mitgenommen hatte. Ich bin gespannt, wie es sich nach mehreren Wäschen entwickelt, denn Leinen wird ja meistens beim Gebrauch schöner und angenehmer – im Augenblick ist es noch etwas steif.

Der Stoff des Rocks ist übrigens eine Baumwoll-Poly-Mischung aus dem Tedox, daher recht stabil und knitterarm. Mehr ist zu diesen Projekten aber auch wirklich nicht zu sagen. Was gut ist, denn dann kann ich schnell wieder zurück auf die Terrasse …

… natürlich aber nicht, ohne meinen Post bei Sew La La und Du für Dich am Donnerstag zu verlinken.

In der Vorrunde ausgeschieden

Ich weiß, ich weiß, es ist ein bisschen spät, jetzt noch über den mangelnden Erfolg der deutschen Nationalmannschaft zu sprechen. Aber es wirkt ja noch nach, zumindest wenn man normalerweise zur WM-Zeit mit magnetischen Deutschland-Flaggen auf dem Auto rumfährt (ja, ich stehe dazu!). Aber dieses Mal waren wir in Urlaub. Den einzigen Sieg der Mannschaft haben wir auf der Schattenveranda eines französischen Cafés verfolgt, zusammen mit anderen Touristen und reichlich versorgt mit kühlen Getränken. Dass wir das letzte Spiel wegen der Hitze dann in einem düsteren Gewölbe bei lauwarmem Milchkaffee anschauen mussten, war vielleicht schon ein übles Vorzeichen … Aber dies ist ja ein Handarbeitsblog und nicht der „Kicker“, deshalb zurück zum eigentlichen Thema, das aber eine gewisse Parallele aufweist. Denn auch mein heutiges Stück ist frühzeitig ausgeschieden – oder vielleicht sage ich besser, aus dem Kader gestrichen:

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Eine ganze Weile habe ich an diesem Pulli genadelt, immerhin konnte ich einige Vorräte an Baumwollgarn dabei aufbrauchen. Das Muster war eine Vorlage aus meiner Pinterest-Sammlung, von dem ich schon lange geträumt habe, und vielleicht gebe ich ihm mit einer anderen Wolle noch mal eine Chance. Auch die Farbkombi habe ich von einem Pinterest-Foto übernommen:Agnes Pullover

Der alte Goethe hat mal gedichtet: „eines schickt sich nicht für alle“, und wenn er dabei wohl auch nicht an modische Vorlagen gedacht hat (obwohl er, glaube ich, schon modebewusst und nicht ganz uneitel war), könnte das auch hier zutreffen. Die Farben funktionieren in grober Tweedwolle, glatt rechts gestrickt, eben anders als mit Baumwollgarn in einem Muster. Die Erkenntnis kommt leider etwas zu spät.

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Es könnte auch an der Form liegen. An anderen gefallen mir weite Pullis mit entsprechend verkürzten Ärmeln supergut. Aber ich fühle mich in diesem Ding einfach nicht wohl und ziehe es nach kürzester Zeit wieder aus, auch wenn ich mir mehrfach bereits vorgenommen habe, ihm noch eine Chance zu geben. Diese Chance bekommt er jetzt in der Kleiderkammer vom Bürgerzentrum, wo vielleicht gerade ein Pullover-Scout auf Talentsuche ist.

Hier seht ihr noch mal das Muster im Detail:

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Es gefällt mir nach wie vor. In jeder der Farben. Aber nicht an mir.

Man kann nicht immer gewinnen, woll?

Und weil man zu seinen Niederlagen wie zu seinen Siegen stehen muss, wird dieser Post am Donnerstag auch bei Sew La La verlinkt.

Das Gleiche in Grün

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Eine gern zitierte Redensart sagt: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich ein Fenster. Das scheint auch auf die Tatsache zuzutreffen, dass RUMS nach vielen schönen Link-Partys zu Ende gegangen ist – denn jetzt gibt es Sew La La, ein neues Angebot, das uns ebenfalls jeden Donnerstag die Möglichkeit gibt, für uns selbst genähte oder gehandarbeitete Sachen zu zeigen. Da werde ich bestimmt regelmäßig auftauchen, denn auch wenn ich nichts verkaufe oder durch Affiliate Links verdiene, freue ich mich immer, wenn ich mich in die große Anzahl kreativer Köpfe bei solchen Portalen einreihen kann.

Der Titel meines Posts bezieht sich aber nicht auf diese neue Seite, sondern auf meine Sommershirts, von denen ich letzte Woche schon zwei vorgeführt habe. Jetzt kommen also zwei in oder mit Grün. Zu dieser Farbe hatte ich schon immer ein gespaltenes Verhältnis, manche Grüntöne mag ich sehr, vor allem das leuchtende „Kelly Green“ (eine deutsche Übersetzung habe ich nicht gefunden). Andere Töne wie Türkis oder Moosgrün mag ich gar nicht – lieber habe ich Schattierungen, die sich gut mit Dunkelblau vertragen.

Deshalb habe ich mir dieses Shirt genäht:

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Woher ich den Schnitt habe, lässt sich leider nicht mehr feststellen, aber er ist sehr schlicht, ohne Abnäher und mit leicht überschnittenen Schultern. Den Halsausschnitt habe ich mit einem selbst gebastelten Beleg versäubert, und weil ich immer Probleme habe, bei solchen Shirts Vorder- und Rückseite auseinanderzuhalten (vor allem morgens beim Anziehen, wenn ich noch so verpeilt bin), habe ich unten ein kleines Stück Schmuckband aufgesetzt.

Längere Zeit habe ich mit mir gerungen, ob ich euch erzählen soll, woher der Stoff kommt. Aber bei mir findet ihr nie die Schnitte des Monats, ich nehme nicht an Probenäh-Aktionen teil und veröffentliche keine Tutorials – was ihr stattdessen bei mir lesen könnt, sind immer mal wieder Ideen außerhalb der üblichen Pfade. Und deshalb jetzt die Beichte: dieser Baumwoll-Chambray war ursprünglich ein Spannbetttuch, das Lidl vor zwei Wochen oder so im Angebot hatte. Ich habe mich spontan in Farbe und Qualität verguckt, und deshalb musste es mit. Zuhause wurden erst mal der Rand mit dem Gumminband abgeschnitten und die vier Ecknähte aufgetrennt, dann ging das Material in die Waschmaschine – und dann wurde dieses Oberteil daraus. Ich habe noch genug Stoff für ein Paar Shorts, aber ich bin mir nicht sicher, ob die nicht zu schlabberig würden.

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Das ist aber noch nicht das Ende der (grünen) Fahnenstange. Aus ein paar Reststücken ist außerdem dieses Shirt entstanden. Ich war ja von Anfang an skeptisch, ob die beiden Jerseystoffe zusammenpassen, aber meine sture Sauerlandseele wollte es unbedingt ausprobieren. Also im Raglan zugeschnitten, mit dem Overlocker zusammengezimmert und … „oh, da fehlt irgendwie was. Eventuell eine Farbe.“

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Deshalb habe ich zunächst das Pünktchenband über die Raglannähte gesetzt. Das sah auch gut aus, aber irgendwie war das Grün etwas einsam. Ich war davon überzeugt: irgendwo in meinen Beständen gibt es noch die Reste eines grünen T-Shirts, aus dem ich ein Halsbündchen machen könnte. Dafür könnte ich gut einen speziell auf das Entdecken von bestimmten Stoffresten trainierten Suchhund gebrauchen. Hab ich aber nicht.

Also hab ich selbst gesucht. Sehr intensiv. Leider ohne Erfolg. (Bestimmt finde ich besagtes T-Shirt demnächst, wenn ich etwas ganz anderes suche.) Stattdessen stellte ich fest, dass ich einen Rest Baumwollschrägband in der richtigen Farbe hatte, und da kam dann meine geheimste Geheimtechnik zum Einsatz, die bisher nur ich und die russischen Facebook-Hacker kannten. Aber euch verrate ich sie natürlich: man schneidet das Schrägband auf die Hälfte der Breite und näht es im Zickzackstich auf die zu verzierende Kante. Wie oben. Das sieht natürlich extrem doof und dilettantisch aus – bis man das Shirt in die Waschmaschine steckt. Die Wäsche löst einerseits die Appretur des Schrägbands auf, und weil es ja nicht versäubert ist, beginnt es andererseits auszufransen. Nach etwa drei Wäschen sieht das dann so aus:

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Das Beweisstück ist ein gekauftes Sweatshirt, dessen ursprünglicher Halsausschnitt mir zu eng war. Also weg mit dem Rippenbündchen, einfach die Kante umgekippt und im Zickzack abgenäht – nur leider sah das nicht gut aus, so dass ich mit dem Schrägband meine hässlichen Stiche versteckt habe. Wer nicht riskiert, der nicht verliert! In diesem Fall bin ich aber ganz zufrieden mit dem Ausgang.

Auch das Stoffmix-Shirt hat eine kleine Verzierung bekommen, einfach weil ich die Lust dazu und das Material dafür hatte und damit endlich nicht nur mein Auto mit Katzenpfoten dekoriert ist.

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So, das war meine Grüne Woche. Und was gibt’s bei euch so?

Her mit den luftigen Sommertops

Als ich im letzten Herbst meine Sommer-Shirts weggepackt habe, muss ich wohl ziemlich konsequent ausgemistet haben, denn als ich sie neulich wieder hervorgeholt habe, war der Bestand recht mager. Aber kein Grund zur Sorge: leichte Shirts sind ja deutlich schneller hergestellt als dicke Pullover oder eine Hose (die sich bei mir immer noch im Planungsstadium befindet).

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Deshalb zeige ich heute und vielleicht auch in weiteren Beiträgen das, was jetzt bei dem schönen wetter unbedingt noch dem Kleiderschrank hinzugefügt werden musste. Beispiel 1: das Shirt „Stars & Stripes“. Okay, es sind nicht direkt Sterne, aber sie glitzern.

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Der Schnitt, von einem Kaufshirt abgenommen, ist nicht viel mehr als ein Rechteck mit Halsausschnitt. Ich mag den lockeren Fall lieber als T-Shirts, die körpernah anliegen, und finde überdies, dass mir die oft so halsnahen Ausschnitte klassischer T-Shirts nicht stehen. Insofern kam das gerade recht. Aber irgendwas wollte ich da noch drauf haben, und da fiel mir tatsächlich ein Paillettenstoff aus meinen Vorräten in die Hände. Ursprünglich war das als weihnachtliches Tischset gedacht (nach den Feiertagen für einen Euro oder so in der Grabbelkiste entdeckt). Mit etwas Zittern und Zagen habe ich ihn zugeschnitten und unter die Nähmaschine gelegt – aber das Nähen verlief völlig problemlos. Nur Fegen muss man hinterher sehr gründlich.

Mein zweites Shirt ist gewissermaßen das Gegenteil, denn da war schon einiges drauf.

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Der Bund Freier evangelischer Gemeinden, zu dem meine Ortsgemeinde gehört, veranstaltet alle drei Jahre ein großes Jugendtreffen in Erfurt, und da war ich als Mitarbeiterin mal wieder über Pfingsten dabei. „Das bin ICH“ hieß das Motto, und das war auch auf den T-Shirts zu lesen, die alle Mitarbeiter zur besseren Erkennbarkeit tragen sollten. Blöderweise hatte es ein Problem mit dem Hersteller gegeben, der statt einer Damengröße M eine Herrengröße M geliefert hatte – und die wäre problemlos auch als L durchgegangen. Deshalb habe ich mich nach Pfingsten an die Nähmaschine gesetzt und das Shirt ein wenig angepasst: Ärmel gekürzt und Seitennähte enger genäht, das Bündchen vom Halsausschnitt abgetrennt, mit der Overlock versäubert und nach innen gekippt.

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Da auf der Schulter noch der Name unseres Teams aufgedruckt war und das nicht jeder wissen muss, habe ich außerdem einen breiten Streifen Zierband auf die Schulter gesetzt (das sieht wegen meiner fotografischen Verrenkungen etwas ungebügelt aus, ist es aber nicht).

Jetzt bin ich wieder etwas besser für warme Sommertage ausgestattet und schaue mit meinen Shirts mal beim Me-Made-Mittwoch vorbei.

Kleine Änderungen

Heute zeige ich euch wieder, was ich mit zwei fertig gekauften Kleidungsstücken gemacht habe. Da wäre zunächst ein grau-weiß-gestreiftes Longsleeve, das eine Pailletten-Applikation mitbrachte, als ich es kaufte. Ich nahm an, dass ich diesen Aufnäher leicht entfernen könnte – aber weit gefehlt! Die Verzierung war nämlich durch den Jersey hindurch gearbeitet worden, und so saß ich nicht nur einen ganzen Spielfilm lang und konnte jede winzige Paillette einzeln entfernen, sondern hatte natürlich hinterher auch Spuren auf dem Shirt bis hin zu kleinen Löchern. Was macht dann die beharrliche Schneiderin? Sie setzt neue Patches drauf!

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Das war nicht so geplant, ich wollte viel lieber ein völlig neutrales Shirt haben, aber inzwischen finde ich es ganz schön.

Und weil es heute früh noch ziemlich frisch im Büro war (die Heizung betreibt nur noch das Warmwasser), kam die graue Jacke drüber.

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Die war in einem früheren Leben mal ein Rollkragenpullover. Der Rollkragen musste zuerst weichen, weil er sehr eng am Hals anlag, und das kann ich zunehmend weniger aushalten. Also abgeschnitten, den Rest versäubert und nach innen geschlagen. So einen fast pillingfreien Kaschmirpullover rangiert man ja nicht einfach so aus, oder? Allerdings war er schon ziemlich kurz, und das nervte mich ebenfalls. So beschloss ich eines Tages, ihn aufzuschneiden und zu einer Strickjacke umzubauen. Die Kanten wurden mit einem breiten Satinband aus dem Fundus verdeckt. Verschlüsse gibt es nicht – an Knopflöcher habe ich mich nicht getraut, und Snaps fand ich einfach nicht passend.

Schließlich entschied ich noch, dass der Übergang von glänzendem Satinband zu mattem Srick zu krass wäre, und griff zu meinen Perlenbeständen, um sie an der Kante entlang aufzusticken. Das hat auch mindestens eine Filmlänge gedauert und sieht aus der Nähe so aus:

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So habe ich wieder zwei tragbare Stücke und genug Inhalt für diesen Blogbeitrag. Mit meiner geplanten Hose bin ich nämlich noch immer nicht weiter gekommen, und vor dem langen Wochenende wird das auch nichts. Bis dahin sehen wir uns aber zum letzten Mal bei RUMS, oder?

Oldie but Goodie

Eigentlich möchte ich mir endlich eine Hose nähen. Der Schnitt ist da, der Stoff ist da, nur der letzte Antrieb fehlt noch. Bei Pferden nennt man es, glaube ich, „Versammeln“: Pferd und Reiter verharren für einen Moment und konzentrieren sich, bevor es über den Parcours geht. So ähnlich fühle ich mich gerade, wenn ich an meine Nähpläne denke.

Deshalb zeige ich euch schon wieder etwas Gestricktes, und es ist noch nicht mal neu.

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Aber dieser Pullover hat mir schon so lange treue Dienste geleistet, dass er die Erwähnung wirklich verdient hat.

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Das Material ist die typische Sockenwolle: 75% Wolle, der Rest Kunstfaser. Man verstrickt sie offiziell mit Nadelstärke 3, das bedeutet für mich 2,5, weil ich so locker stricke, dass ich immer eine halbe Nummer nach unten anpassen muss. Deswegen hat es auch ewig gedauert, bis der Pulli fertig war, und weil er außerdem mein erster Versuch in Raglan war, habe ich ziemlich gezittert, ob er hinterher passt. Aber damit war ich von Anfang an zufrieden.

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Und die Farben! Die sind einfach ideal für meinen Kleiderschrank, der viele Jeans umfasst und eine Menge Sachen in Blau und Grau. Dieser Pullover ging immer, er ist warm, ohne zu dick zu sein, und ganz leicht. Leider fängt er inzwischen an, die typischen flusigen Knötchen zu bilden, so dass seine Tage wohl gezählt sind. Aber wenn ich ganz allein am Schreibtisch sitze, geht er noch. Ich kann mich einfach nicht von ihm trennen.

Und eine Erwähnung bei RUMS hat er auch verdient.