Spotified

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Für den Urlaub habe ich mir fünf neue Teile genäht – und keins davon fotografiert. Das muss ich schleunigst nachholen, wenn schon jeder zweite von „Spätsommer“ spricht und wie üblich die Spekulatiuspackungen Einzug in die Ladenregale halten. (Und um mal ein bisschen Werbung für mich selbst zu machen: am Freitag habe ich auch die Belegexemplare für mein neues Buch mit Weihnachtsgeschichten bekommen.)

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Diesen Baumwollstoff habe ich vor einer Weile bei Stoff&Stil gekauft, nachdem ich erst mal ein bisschen rumgezweifelt hatte: ist Beige eine gute Farbe für mich? Sieht das nicht zu sehr nach Raubtier-Print aus? Wird es nach 5 Minuten Tragen knittern wie blöd?

Die korrekten Antworten: Jein, nein, nein.

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Wenn sogar mein Mann befindet, dass es „irgendwie gut“ aussieht, kann die Farbe nicht ganz falsch sein, und trotz seiner Allergie gegen alles Leo-Print-Artige hat auch das Muster bestanden. Natürlich ist so ein Kleid nach einer gewissen Zeit (vor allem nach Autofahrten) nicht mehr komplett knitterfrei, aber die Fotos sind entstanden, nachdem ich es gestern den ganzen Tag  anhatte, und da finde ich schon, dass es sich tapfer geschlagen hat.

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Nach dem Motto „never change a winning pattern“ habe ich mal wieder meinen geliebten selbstgemachten Shirt-Schnitt mit den überschnittenen Schultern verwendet, entsprechend nach unten bis auf Kleidlänge verlängert und die Ärmelansätze durch zusätzlich angefügte Streifen ergänzt (klar, dass das da knautschig wird, aber das stört mich nicht). Die schmale Biese in der vorderen Mitte mag ich als dezentes „Design-Element“ – manchmal ist sie angebracht, weil eine Stoffbruch-Falte sich nicht komplett ausbügeln lässt, aber in diesem Fall war es nicht notwendig. Es gefällt mir einfach gut und ist recht unkompliziert zu machen – für mich immer ein überzeugendes Argument.

Fazit: ein locker fallendes Kleid, in dem man auch heiße Tage gut übersteht und trotzdem „angezogen“ aussieht.

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Und das war’s auch schon! Wenn doch alles im Leben so einfach wäre!

Vorgestellt bei SEWLALA und Du für Dich am Donnerstag

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Wiederentdeckt

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Dieses Oberteil stammt noch aus Vor-Blogging-Zeiten. Es hatte sich zwischen zwei anderen dunklen Teilen im Schrank so gut versteckt, dass ich es gar nicht mehr auf dem Schirm hatte – erst als sich wegen der Urlaubswäsche Lücken ergaben, fand ich es wieder. Dabei habe ich es eine Weile ganz oft getragen. Aber der Spruch stimmt wohl: aus den Augen, aus dem Sinn …

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Das Material ist eine Art Baumwollkrepp, den ich irgendwo als Rest mitgenommen hatte (sonst wäre das wohl etwas länger geworden, aber ich wollte ja unbedingt so eine Känguruhtasche). Unten ist eine Schaube, durch die ich einen langen Schnürsenkel gezogen und mit zwei silbrigen Perlen bestückt habe, damit die Enden auf keinen Fall im Inneren verschwinden können.

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Der Kragen ist im Prinzip nur ein großes, doppelt gefaltetes Rechteck. Weil das aber a) nicht die Bügelkante behielt (dafür hätte ich den Stoff wohl mit Vlieseline verstärken müssen) und ich b) noch relativ spät fand, dass ich dort auch den zweiten Schnürsenkel verwenden könnte, habe ich ein glänzendes schwarzes Ripsband knapp unter die Bügelkante gesteppt und vorne ein paar Zentimeter offen gelassen, um das Band einzuziehen. Ursprünglich hatte ich auch hier Perlen verwendet, aber das Gebaumel ging mir so auf die Nerven, dass ich sie wieder rausgenommen habe.

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Man muss das mögen, dass der Kragen nicht wie drapiert liegenbleibt, sondern irgendwie immer hin- und herrutscht. Mich stört das im Prinzip nicht, nur einen Nachteil hat er, wie man sieht: es ist schwierig, etwas drüberzuziehen. Und das muss ich als bekennende Frostbeule oft. Mit dieser (Kauf-)Strickjacke geht es aber ganz gut.

Mit meiner Wiederentdeckung bin ich heute auch bei Sewlala und Du für dich am Donnerstag anzutreffen und bin gespannt, was es sonst noch zu sehen gibt.

 

Es geht auch anders

Danke für den Zuspruch auf meinen letzten Beitrag, aber die Farbe war letztlich das einzig Erfreuliche an dieser Combo. Da musste natürlich rasch gegengesteuert werden, um nicht in Dauerfrust zu verfallen. Meine Wahl fiel auf einen gut abgelagerten Baumwoll-Poly-Mix-Jersey und – wie sollte es anders sein – meinen allerliebsten T-Shirt-Schnitt mit den überschnittenen Schultern. Der wurde mutig zu einem Kleid verlängert, und das Ganze sieht dann so aus:

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Ja, da kann ich wieder lachen, denn das ging nicht nur superfix, sondern war auchgenau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Und die Farbe ist ebenfalls ein Plus. Ich bin nun mal ein Sommer-Typ, das habe ich schon vor zwanzig Jahren ermittelt, auch wenn ich mich ab und zu mal auf farbliche Abwege begebe. Hier noch mal eine Nah-Ansicht des Ärmels:

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Mehr Fotos gibt es nicht, aber das zeigt vermutlich auch alles, was man sehen muss, weil dieses Kleid absolut schlicht ist. Aber es trägt sich hervorragend! Wenn es nicht unhygienisch wäre, könnte ich es Tag und Nacht anbehalten, denn es knautscht (im Gegensatz zu dem vorigen Alptraum in Mintgrün) überhaupt nicht. Leider weiß ich nicht mehr, wo ich den Stoff gekauft habe, sonst würde ich sofort schauen, ob es den nicht noch in anderen Farben gibt. Beim Zuschneiden muss man zwar höllisch aufpassen, weil er sich gern aufrollt, aber danach gibt es nichts mehr zu meckern.

Deshalb führe ich ihn gleich an mehreren Stellen aus:

bei Du für dich am Donnerstag, bei Sewlala, und #12ausdemstoffregal lasse ich auch nicht aus, denn ich muss doch ein Gegengewicht setzen – und im August ist auch Pause. Da wollen das Kleid und ich sowieso noch mal weg – also bis demächst!

Wie gewonnen, so zerronnen

Man muss ja auch zu seinen Misserfolgen stehen, deshalb wappne ich mich nun und schreibe diesen Beitrag. Und ich werde ihn auch bei Selmins Challenge #12aus dem stoffregal posten, denn dafür war er gedacht. Also tief Luft geholt und das erste Foto eingefügt:

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Das Oberteil hatte ich mir schon vor einer Weile genäht. Der Rest des Materials (ursprünglich ein Chambray-Betttuch aus dem Lidl, dessen Farbe es mir angetan hatte) fristete seitdem sein trauriges Dasein in einer Vorratsbox im Nähkeller. Und dann kam Katrin mit ihrem Paperbag-Rock um die Ecke. Holy Cow, den fand ich klasse!

Deshalb habe ich mir gestern, als es in der Wohnung bei 29° sowieso schwer auszuhalten war (und die 35° draußen waren auch keine Alternative), die Anleitung von Pinalina angeschaut und im kühlen Nähkeller gleich losgelegt. Klappte auch vorzüglich, alles kein Problem.

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Aber dann kam heute die Ernüchterung, als ich beides zusammen anprobierte und mir vorkam wie ein überdimensioniertes Minzbonbon. Es ist nun mal nicht zu ändern: ich habe schmale Schultern und breite Hüften, und im Gegensatz zu meinem neuen Hot-Summer-Kleid aus dem vorigen Post wird das durch diesen Schnitt unbarmherzig unterstrichen. Obwohl ich einen verhältnismäßig langen Oberkörper habe und bei Kaufkleidung oft die Taille zu hoch sitzt, entstehen hier absolut ungünstige Proportionen.

Unzufrieden ließ ich mich am Esstisch nieder und bedachte die Situation. Vielleicht sähe es besser aus, wenn ich das Oberteil nicht in den Rock stecke:

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Überzeugt mich auch nicht wirklich. Und dann stellte sich noch heraus, dass bereits nach fünf Minuten Sitzen unglaublich tiefe Knautschfalten entstanden waren. Das war der Todesstoß – ab in die Second-Hand-Kiste! Vielleicht findet sich ja im Sozialen Bürgerzentrum jemand, zu deren Figur das besser passt.

Man kann nicht immer gewinnen. Höchstens an Einsicht und Erfahrung.

 

Bei mir piept’s

>>> Hinweis: Einkaufsquelle wird im Text genannt!

Mit Müsterchen ist das bei mir so eine Sache. Gestreift, kariert, gepunktet – kann anstandslos passieren. Aber geblümt – da ist die innere Kontrollbehörde ziemlich streng, weil sich das nicht immer gut mit meinem Kleidungsstil verträgt.

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Bei diesem Baumwollstoff aus dem Tedox gab es allerdings sofort ein Visum. Vielleicht weil ich neuerdings so auf Vögelchen stehe und mittlerweile sogar in der Lage bin, einen Buchfink anhand seines Gesangs von einer Meise zu unterscheiden (und fragt mich gar nicht erst nach dem Rotmilan, der täglich über uns seine Kreise zieht – wenn der wüsste, dass ich ihn quasi schon als mein Haustier betrachte, würde er vielleicht erschrocken das Revier wechseln). Vielleicht kommt das neu erwachte ornithologische Interesse daher, dass ich von meinem Schreibtisch aus direkt in den Garten schauen kann, etwa so:

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Und wenn’s mal wieder nicht so recht vorangehen will mit dem Schreiben, dann lässt man sich bereitwillig von jedem Eichelhäher ablenken.

Aber zurück zu dem Stoff, dies ist ja ein Nähblog. Nachdem ich also erst mal spontan einen unentschlossenen Meter davon mitgenommen hatte (man weiß ja nie, wie schnell solche schönen Stöffchen ausverkauft sind), begann das Rätseln, was daraus werden sollte. Und was soll ich sagen: ich kam mal wieder auf den Hot Summer Dress-Schnitt von Schneidernmeistern zurück.

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Wenn man sich bereits im dritten Sommer aus diesem Schnitt ein Kleid näht, ist das ja schon beinahe eine Tradition. Die ich gern fortsetzen werde, denn dieser Schnitt ist super! Vorteil eins: schnell zu nähen. Da ich nicht zu denen gehöre, bei denen die Tätigkeit selbst schon Begeisterung auslöst („der Weg ist das Ziel“), sondern eindeutig ergebnisfixiert bin, habe ich wenig Freude an Projekten, die sich über Wochen hinziehen. Weil ich ja diesen Schnitt bereits geklebt und an den wichtigen Stellen kommentiert hatte („am Äquator etwas Weite zugeben“), hat ein Sonntagnachmittag gereicht. Yay!

Vorteil zwei: der lockere Fall. Ich mag keine körpernahen Sommerkleider, die irgendwann schweißfeucht an mir kleben. Trotzdem ist es nicht zu sackig.

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Vorteil drei: die günstige Linienführung. Die überschnittenen Schultern sind gut für eine Figur, bei der die Schultern deutlich schmaler sind als die Hüften.

Vorteil vier: nur zwei Schnitt-Teile! Einfacher geht es nicht, vom ausdrucken und Kleben bis zum Nähen. Statt der französischen Naht in der vorderen Mitte habe ich nur eine Biese genäht (ja, das streckt!), weil ich beide Teile im Stoffbruch zugeschnitten habe. Ein Meter hat exakt gereicht, weil ich die Länge knieumspielend begradigt habe.

Vielleicht trifft mein letzter Punkt auf viele solcher schlichten Schnitte ebenfalls zu: das Kleid wirkt in jedem Stoff anders. Aber ein Vorteil ist es auf jeden Fall. Die einzige Gefahr – den Schnitt falsch herum aufzulegen, so dass die Vögel alle Kopf stehen – habe ich rechtzeitig erkannt, und jetzt kann ich in den höchsten Tönen jubeln: neues Sommerkleid! Pieps!!!

Im Sturzflug geht es am Donnerstag zu sewlala

 

Es grünt so grün …

Schon seit langem wollte ich – ohne jede politische Verknüpfung – einen Pullover in diesem Grün haben. Im Englischen nennt man es „kelly green“ – gibt es im Deutschen auch ein Wort für diesen speziellen Farbton? Mir fällt keins ein. Aber Hauptsache, der Pullover ist endlich fertig.

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Ich finde die Farbe momentan sehr schön zu Blau, aber auch mit Naturfarben lässt sie sich gut kombinieren. Für Mutige sogar mit Rosa, wie der Blumenstrauß im Vordergrund beweist. Den habe ich gestern als Dankeschön bekommen, weil ich zum 50-jährigen Stadtjubiläum mit einem extra verfassten Gedicht zur Feierstunde beigetragen habe, und deshalb soll der Strauß auch mal mit ins Bild.

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Weil die Farbe schon für sich wirkt, ist der „Schnitt“ ein ganz normaler Raglan. Ich mag einfach diese Uboot-Ausschnittform an mir; runde Ausschnitte stehen mir nicht, vor allem, wenn sie nah am Hals abschließen.

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Das Baumwoll-Poly-Gemisch habe ich im Perlmuster verstrickt, dabei sind fast 600 Gramm draufgegangen. Gut für meinen Plan, meine Bestände abzubauen! Und weil sich in selbigen noch ein Rest glänzende Baumwolle in etwas hellerem Grün befand, habe ich damit nicht nur den Ausschnitt umhäkelt, sondern auch die Kanten von außen mit festen Maschen geschlossen. Das hatte ich neulich mal auf Pinterest gesehen, finde aber jetzt das Foto nicht mehr. Hundertprozentig überzeugt hat mich die Methode nicht, aber ich kann damit leben, und deshalb bleibt das jetzt so.

grüner Pulli

Mir scheint, damit ist wieder ein willkommenes Basisteil in meinen Schrank eingezogen. Und sowas braucht man ja. Also gleich ab damit zu Sewlala und Du für dich am Donnerstag.

Pünktchen und Anton

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Nein, dieses Bild hat nicht David Hamilton gemacht (der mit dem romantischen Weichzeichner in den Siebziger Jahren). Vielleicht liegt es an der Hitze, dass dieses Foto (das einzige, das bei dieser Session überhaupt brauchbar war) so verschwommen wirkt. Aber selbst wenn es super-scharf rausgekommen wäre: man sieht darauf mal wieder nur ein ganz schlichtes, extra-weites Oberteil aus einem rosa Baumwollstoff mit Pünktchen. Es ist absolut angenehm zu tragen und hat sich deshalb seine Daseinsberechtigung redlich verdient. Aber mehr ist dazu absolut nicht zu sagen.

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Genau wie zu diesem Basic-Teil aus einem Rest Baumwoll-Jersey, der schon lange in meiner Vorratskiste schlummerte. Deshalb – und weil er gestreift ist – habe ich ihn jetzt im Zuge von Selmins Aktion #12ausdemstoffregal verarbeitet.

Der Titel dieses Posts – ihr werdet es erkannt haben – zitiert ein wunderschönes Buch von Erich Kästner. Ich weiß nicht, ob „Anton“ zu diesem Shirt passt – ich denke manchmal eher an die Panzerknacker aus den Lustigen Taschenbüchern von Disney, weil ich empfinde, mir fehlt nur noch eine Nummer auf dem Rücken.

Trotzdem stehe ich zu meinem Streifenshirt, denn im Grunde braucht man doch solche neutralen Bausteine für eine funktionierende Garderobe, oder? Hier noch mal von etwas näher:

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Läuft, würde ich sagen.

Der MeMadeMittwoch stellt heute schwerpunktmäßig Sommergarderobe vor – also nichts wie hin! Zu Sewlala geht es dann als nächstes.